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sagen:bergmaennischesagen077

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 ====== Die Venediger am Hittisberge ====== ====== Die Venediger am Hittisberge ======
  
-Hinter dem Hittisberg haben vor uralten Zeiten auf Halden und in Höhlen die Venediger gehaust, das sind Männchen und Weibchen gewesen, ganz kleine Leute, fromm und gescheit. Auf den Halden am Hittisberg hatte man sie manchmal klopfen und hämmern gehört. Hier gruben sich Steine, die sahen aus wie Feuerstein, waren aber nichts Geringeres als Golderz. Sobald es Winter wurde, gingen die Venediger fort. Man wusste nicht wohin, und im Frühling kamen sie wieder zurück, man wusste nicht woher. Zuweilen gingen sie in einstöckige Häuser zur Abendunterhaltung, redeten aber nicht viel, ausgenommen, sie konnten den Leuten einen guten Rat geben. Das taten sie nämlich gern. Wenn man aber stritt und zankte, so schrien sie alle durcheinander orla brennt, orla brennt, und liefen zum Haus hinaus, so schnell sie konnten.+Hinter dem [[geo:hittisau|Hittisberg]] haben vor uralten Zeiten auf Halden und in Höhlen die [[wesen:Venediger]] gehaust, das sind Männchen und Weibchen gewesen, ganz kleine Leute, fromm und gescheit. Auf den Halden am Hittisberg hatte man sie manchmal klopfen und hämmern gehört. Hier gruben sich Steine, die sahen aus wie Feuerstein, waren aber nichts Geringeres als Golderz. Sobald es Winter wurde, gingen die Venediger fort. Man wusste nicht wohin, und im Frühling kamen sie wieder zurück, man wusste nicht woher. Zuweilen gingen sie in einstöckige Häuser zur Abendunterhaltung, redeten aber nicht viel, ausgenommen, sie konnten den Leuten einen guten Rat geben. Das taten sie nämlich gern. Wenn man aber stritt und zankte, so schrien sie alle durcheinander orla brennt, orla brennt, und liefen zum Haus hinaus, so schnell sie konnten.
  
 Oft, wenn ein Mann oder eine Frau des Weges ging, gesellte sich ein solches Männchen zu ihm, ging eine Strecke mit und verschwand dann plötzlich. Oft sind sie auch zu den Bauern auf den Hof gekommen und haben hart am Heustock gesotten und gebraten, sodass das Feuer am Heu hinauffuhr, ohne jedoch etwas anzuzünden. Oft, wenn ein Mann oder eine Frau des Weges ging, gesellte sich ein solches Männchen zu ihm, ging eine Strecke mit und verschwand dann plötzlich. Oft sind sie auch zu den Bauern auf den Hof gekommen und haben hart am Heustock gesotten und gebraten, sodass das Feuer am Heu hinauffuhr, ohne jedoch etwas anzuzünden.
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 Da gab ihr das Venedigerweibchen Kohle in die Schürze und sagte: »Tue deine Schürze nicht auf und sieh nicht hinein, bist du nach Hause kommst.« Da gab ihr das Venedigerweibchen Kohle in die Schürze und sagte: »Tue deine Schürze nicht auf und sieh nicht hinein, bist du nach Hause kommst.«
  
-Wie aber das Bauernweib ein Stück weit weg war, dann dachte es: Sie hat mir ja doch nichts als Kohle gegeben, die mag ich nicht heimtragen. Sie machte die Schürze auf und leerte die Kohlen aus. Als es heimkam, will es die Schürze ablegen und sieht, dass eine Dublone in einer Falte steckte. Nun erschrickt die Frau und dachte, sie hätte die Kohlen doch nicht ausleeren sollen, das Venedigerweibchen hätte ihr lauter Dublonen gegeben. Darauf kehrt sie um und ging zurück an den Platz, wo sie die Kohlen ausgeschüttet hatte, fand sie aber nicht mehr.+Wie aber das Bauernweib ein Stück weit weg war, dann dachte es: Sie hat mir ja doch nichts als Kohle gegeben, die mag ich nicht heimtragen. Sie machte die Schürze auf und leerte die Kohlen aus. Als es heimkam, will es die Schürze ablegen und sieht, dass eine Dublone in einer Falte steckte. Nun erschrickt die Frau und dachte, sie hätte die Kohlen doch nicht ausleeren sollen, das Venedigerweibchen hätte ihr lauter [[lex:dublone|Dublonen]] gegeben. Darauf kehrt sie um und ging zurück an den Platz, wo sie die Kohlen ausgeschüttet hatte, fand sie aber nicht mehr.
  
-//Quelle: [[autor:wrubel|Friedrich Wrubel]], [[buch:bergmaennischesagen|Sammlung bergmännischer Sagen]] +//Quelle: [[autor:wrubel|Friedrich Wrubel]], [[buch:bergmaennischesagen|Sammlung bergmännischer Sagen]], 1883//
-, 1883; [[https://www.geisterspiegel.de/?p=44005#more-44005|www.geisterspiegel.de]]//+
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sagen/bergmaennischesagen077.1676633756.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)