sagen:bergmaennischesagen067
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| - | Vor langen Jahren wohnten drei Bergleute in [[geo: | + | Vor langen Jahren wohnten drei Bergleute in [[geo: |
| - | Als sie einst wieder da waren, sich so wie früher erkundigt hatten und bei mondheller Nacht zum Blocksberg aufbrachen, ging ihnen einen von den drei Bergleuten, die beiläufig gesagt Kameraden waren, nach und sah, dass sie am Blocksberg an einer abgelegenen Stelle den Boden aufgruben und aus dem [[typ:Loch]] Erde in ihre Beutel füllten. Der [[typ:Bergmann]] hatte genug gesehen und sich genau die Stelle bezeichnet, wo dies geschehen war. Er eilte, dass er früher nach Hause kam als die Venediger. Am folgenden Tag reisten diese ab, und die Bergleute verabredeten sich, gleich denselben Abend den Ort aufzusuchen und nachzusehen, | + | Als sie einst wieder da waren, sich so wie früher erkundigt hatten und bei mondheller Nacht zum Blocksberg aufbrachen, ging ihnen einen von den drei Bergleuten, die beiläufig gesagt Kameraden waren, nach und sah, dass sie am Blocksberg an einer abgelegenen Stelle den Boden aufgruben und aus dem Loch Erde in ihre Beutel füllten. Der Bergmann hatte genug gesehen und sich genau die Stelle bezeichnet, wo dies geschehen war. Er eilte, dass er früher nach Hause kam als die Venediger. Am folgenden Tag reisten diese ab, und die Bergleute verabredeten sich, gleich denselben Abend den Ort aufzusuchen und nachzusehen, |
| Die beiden anderen Bergleute gingen deshalb hin, suchten an dem Platz, fanden aber nichts. Sie wollten um Ende aufhören, und waren im Begriff, das Gezäh verdrießlich zusammenzunehmen. In dem Augenblick aber tat der eine einen derben Hieb in die Erde und rief voll großer Freude: »Hier steckt etwas!« | Die beiden anderen Bergleute gingen deshalb hin, suchten an dem Platz, fanden aber nichts. Sie wollten um Ende aufhören, und waren im Begriff, das Gezäh verdrießlich zusammenzunehmen. In dem Augenblick aber tat der eine einen derben Hieb in die Erde und rief voll großer Freude: »Hier steckt etwas!« | ||
| - | Nochmals fingen sie zu graben an und brachten ein [[typ: | + | Nochmals fingen sie zu graben an und brachten ein Gerippe heraus, waren aber ungewiss, ob es von einem Reh oder von einer Ziege sei. Waren sie vorher schon verdrießlich, |
| - | »Ih«, sagte der eine, »unser Kamerad muss auch seinen Teil haben. Wir wollen ihm das Gerippe ins Haus bringen. Er ist angefahren, seine Frau liegt im [[typ:Bett]], die Türen sind offen, deshalb können wir es ihm ungesehen in die Stube legen.« | + | »Ih«, sagte der eine, »unser Kamerad muss auch seinen Teil haben. Wir wollen ihm das Gerippe ins Haus bringen. Er ist angefahren, seine Frau liegt im Bett, die Türen sind offen, deshalb können wir es ihm ungesehen in die Stube legen.« |
| Als es Nacht geworden war, brachten sie ruhig das Gerippe in die Stube ihres Kameraden und fuhren dann ein. Ihren Kameraden fanden sie noch auf dem [[lex: | Als es Nacht geworden war, brachten sie ruhig das Gerippe in die Stube ihres Kameraden und fuhren dann ein. Ihren Kameraden fanden sie noch auf dem [[lex: | ||
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| »Ach«, antworten diese, »lass dein Spotten! Wir hätten besser getan, wenn wir angefahren wären.« | »Ach«, antworten diese, »lass dein Spotten! Wir hätten besser getan, wenn wir angefahren wären.« | ||
| - | Darauf arbeiteten sie bis zwölf, dann machten sie Schicht, gingen miteinander nach Hause, und jeder suchte sein Quartier. Als der Dritte mit brennendem | + | Darauf arbeiteten sie bis zwölf, dann machten sie Schicht, gingen miteinander nach Hause, und jeder suchte sein Quartier. Als der Dritte mit brennendem Licht in seine Stube trat, war er ganz erstaunt, denn ringsum im Zimmer standen auf Tischen, auf den Fensterbänken, |
| Am anderen Morgen, als die Frau aufgestanden war, in die Stube trat und den Gold- und Silberreichtum gewahr wurde, lief sie gleich zurück in die Kammer, weckte ihren Mann und fragte: »Mann, wo hast du die schönen Sachen her?« | Am anderen Morgen, als die Frau aufgestanden war, in die Stube trat und den Gold- und Silberreichtum gewahr wurde, lief sie gleich zurück in die Kammer, weckte ihren Mann und fragte: »Mann, wo hast du die schönen Sachen her?« | ||
| - | Der aber antwortete: »Das hat mir mein lieber Gott ins Haus gebracht.« Er drehte sich gemächlich um und [[typ: | + | Der aber antwortete: »Das hat mir mein lieber Gott ins Haus gebracht.« Er drehte sich gemächlich um und schlief weiter. Die Frau verschloss und verriegelte alles und besorgte ihre häuslichen Geschäfte. Kaum war es Frühstückszeit, |
| - | Anstatt dass aber ihr Kamerad ärgerlich aussah, ging er ihnen freundlich entgegen und sprach: »Kameraden, | + | Anstatt dass aber ihr Kamerad ärgerlich aussah, ging er ihnen freundlich entgegen und sprach: »Kameraden, |
| Darauf führte er sie in die Stube. Sie wurden stumm und starr. Dann sagte er: »Du, Kamerad, nimmst diese, du jene Seite, ich behalte diese hier, dann hat jeder so viel, dass er nicht ferner den Bohrer gerben((auf den Bohrer schlagen)) braucht.« | Darauf führte er sie in die Stube. Sie wurden stumm und starr. Dann sagte er: »Du, Kamerad, nimmst diese, du jene Seite, ich behalte diese hier, dann hat jeder so viel, dass er nicht ferner den Bohrer gerben((auf den Bohrer schlagen)) braucht.« | ||
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| Er aber hörte gar nicht darauf, sondern antwortete bloß: »Tut nichts, jeder packt seinen Reichtum zusammen und trägt ihn nach Hause.« | Er aber hörte gar nicht darauf, sondern antwortete bloß: »Tut nichts, jeder packt seinen Reichtum zusammen und trägt ihn nach Hause.« | ||
| - | Er war schwer, sehr schwer gewesen, sodass sie ihn kaum fortbringen kannten. Später haben die drei ihre Goldtiere nach [[geo: | + | Er war schwer, sehr schwer gewesen, sodass sie ihn kaum fortbringen kannten. Später haben die drei ihre Goldtiere nach [[geo: |
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