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sagen:bergmaennischesagen062

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 Von diesem Tage an kümmerte sich Joseph nur um neue Lieder; die Arbeit machte ihm keine Beschwerden mehr. Er sang frisch darauf los und der Berggeist arbeitete, ohne daß je ein Wort zwischen ihnen gewechselt wurde. Des Bergmanns Tasche war von nun an nie mehr leer. Von diesem Tage an kümmerte sich Joseph nur um neue Lieder; die Arbeit machte ihm keine Beschwerden mehr. Er sang frisch darauf los und der Berggeist arbeitete, ohne daß je ein Wort zwischen ihnen gewechselt wurde. Des Bergmanns Tasche war von nun an nie mehr leer.
  
-Als am Schlusse des Monats der Schichtmeister mit dem Hutmanne in die Grube kam, um den Arbeitern das [[lex:geding|Gedinge]] abzunehmen, damit er ihnen nach dem Maße ihrer Leistungen den Lohn festsetze, erstaunten sie nicht wenig über die gewaltige Arbeit, die Joseph vor sich gebracht, und selbst der unbillige [[lex:Hutmann]] mußte zugeben, daß Joseph viel geleistet habe und einen besseren Lohn verdiene. Als er aber mit dem Schichtmeister wieder allein war, wußte er denselben zu überreden, daß diese Arbeit für den kräftigen Burschen, wie er sich ausdrückte, zu leicht sei, und Joseph wurde auf des Hutmanns Anraten auf einen Ort versetzt, wo das Gestein fester, die Arbeit unbequemer und überhaupt Beschwerden verschiedener Art zu überwinden waren. Er wird im nächsten Monat gewiß auf keinen so hohen Lohn mehr kommen, dachte der menschenfeindliche Hutmann; allein er hatte sich geirrt. Der Gnome ließ seinen Schützling nicht sinken; seinen Händen mußte der Fels weichen, mochte auch der Schlag hell wie auf Stahl klingen; mochte auch der Raum klein und eng sein, mochte auch Wasser zudringen, alle Hindernisse wurden kräftig überwunden, und während Joseph sang, brach der Gnome mächtige Trümmer und schöpfte spielend das andringende Wasser. Der Hutmann bemühte sich zwar kräftig, Josephs Verdienst zu schmälern; der Schichtmeister aber, der nun einsah, daß des Hutmanns Gehässigkeit Joseph verfolge, gab demselben seine vorige Arbeit wieder, und Joseph hatte nun nicht mehr über Lohnverkürzung zu klagen.+Als am Schlusse des Monats der Schichtmeister mit dem Hutmanne in die Grube kam, um den Arbeitern das [[lex:geding|Gedinge]] abzunehmen, damit er ihnen nach dem Maße ihrer Leistungen den Lohn festsetze, erstaunten sie nicht wenig über die gewaltige Arbeit, die Joseph vor sich gebracht, und selbst der unbillige Hutmann mußte zugeben, daß Joseph viel geleistet habe und einen besseren Lohn verdiene. Als er aber mit dem Schichtmeister wieder allein war, wußte er denselben zu überreden, daß diese Arbeit für den kräftigen Burschen, wie er sich ausdrückte, zu leicht sei, und Joseph wurde auf des Hutmanns Anraten auf einen Ort versetzt, wo das Gestein fester, die Arbeit unbequemer und überhaupt Beschwerden verschiedener Art zu überwinden waren. Er wird im nächsten Monat gewiß auf keinen so hohen Lohn mehr kommen, dachte der menschenfeindliche Hutmann; allein er hatte sich geirrt. Der Gnome ließ seinen Schützling nicht sinken; seinen Händen mußte der Fels weichen, mochte auch der Schlag hell wie auf Stahl klingen; mochte auch der Raum klein und eng sein, mochte auch Wasser zudringen, alle Hindernisse wurden kräftig überwunden, und während Joseph sang, brach der Gnome mächtige Trümmer und schöpfte spielend das andringende Wasser. Der Hutmann bemühte sich zwar kräftig, Josephs Verdienst zu schmälern; der Schichtmeister aber, der nun einsah, daß des Hutmanns Gehässigkeit Joseph verfolge, gab demselben seine vorige Arbeit wieder, und Joseph hatte nun nicht mehr über Lohnverkürzung zu klagen.
  
 In Josephs Lebensweise begann aber allmählich eine Veränderung vorzugehen. Da er nicht mehr zu arbeiten brauchte, um seinen Lebensunterhalt zu decken, so wurde aus dem fleißigen, thätigen Bergmann bald ein träger, weichlicher Mensch; sein steter Vorrat an Barschaft fesselte ihn an die Wirtshäuser; er wurde ein Zecher, Spieler und Raufbold, und von seinen früheren angenehmen Eigenschaften, die ihn sonst bei jedermann beliebt gemacht hatten, war bloß der Gesang übrig geblieben, den er aus guten Gründen nicht vernachlässigen konnte. Übrigens that er mit seinem Gelde nicht karg, und sein gutes Herz, das sich auch im Sumpfe des Wohllebens nicht verleugnete, ließ ihn seinen Überfluß mit den ärmeren Kameraden willig teilen. Da es zu leicht erworben war, so hatte es für ihn keinen großen Wert. In Josephs Lebensweise begann aber allmählich eine Veränderung vorzugehen. Da er nicht mehr zu arbeiten brauchte, um seinen Lebensunterhalt zu decken, so wurde aus dem fleißigen, thätigen Bergmann bald ein träger, weichlicher Mensch; sein steter Vorrat an Barschaft fesselte ihn an die Wirtshäuser; er wurde ein Zecher, Spieler und Raufbold, und von seinen früheren angenehmen Eigenschaften, die ihn sonst bei jedermann beliebt gemacht hatten, war bloß der Gesang übrig geblieben, den er aus guten Gründen nicht vernachlässigen konnte. Übrigens that er mit seinem Gelde nicht karg, und sein gutes Herz, das sich auch im Sumpfe des Wohllebens nicht verleugnete, ließ ihn seinen Überfluß mit den ärmeren Kameraden willig teilen. Da es zu leicht erworben war, so hatte es für ihn keinen großen Wert.
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 Tödlicher Schreck überfiel ihn, als es heraus war. Er hatte schnell einen Teil seines Rausches wieder verloren; die Worte ließen sich jedoch nicht wieder zurücknehmen. In Fieberträumen brachte er die Nacht hin, und bevor der Morgen graute, war er wieder wach. "Es kostet mein Leben," murmelte er vor sich hin, "ich muß mich mit Gott versöhnen." Und noch an demselben Morgen beichtete er reumütig und empfing den Leib des Herrn mit Andacht. Tödlicher Schreck überfiel ihn, als es heraus war. Er hatte schnell einen Teil seines Rausches wieder verloren; die Worte ließen sich jedoch nicht wieder zurücknehmen. In Fieberträumen brachte er die Nacht hin, und bevor der Morgen graute, war er wieder wach. "Es kostet mein Leben," murmelte er vor sich hin, "ich muß mich mit Gott versöhnen." Und noch an demselben Morgen beichtete er reumütig und empfing den Leib des Herrn mit Andacht.
  
-Unten harrte schon der Gnome seiner mit funkelndem Blick und drohender Geberde, indem er Joseph winkte, er möge einen bereitstehenden Hund besteigen. Joseph stürzte auf die Kniee und flehte um [[typ:Gnade]], der Gnome aber faßte ihn mit Riesenkraft, schleuderte ihn auf den Hund, und fort brauste das Fuhrwerk. An einem runden Platze, wo die drei verräterischen Kameraden saßen und Joseph verlachten, hielt der Hund. "Schurken!" donnerte der Geist, „ihr habt euren Kameraden verführt, seht seine Strafe!“ Und in demselben Augenblicke wurde Joseph vor ihren Augen durch einen kräftigen Schlag thatsächlich zermalmt. Dann war der ganze Spuk verschwunden, während die drei Bergleute halb ohnmächtig hinsanken.+Unten harrte schon der Gnome seiner mit funkelndem Blick und drohender Geberde, indem er Joseph winkte, er möge einen bereitstehenden Hund besteigen. Joseph stürzte auf die Kniee und flehte um Gnade, der Gnome aber faßte ihn mit Riesenkraft, schleuderte ihn auf den Hund, und fort brauste das Fuhrwerk. An einem runden Platze, wo die drei verräterischen Kameraden saßen und Joseph verlachten, hielt der Hund. "Schurken!" donnerte der Geist, „ihr habt euren Kameraden verführt, seht seine Strafe!“ Und in demselben Augenblicke wurde Joseph vor ihren Augen durch einen kräftigen Schlag thatsächlich zermalmt. Dann war der ganze Spuk verschwunden, während die drei Bergleute halb ohnmächtig hinsanken.
  
 Ganz unkenntlich wurde Josephs Leichnam aus dem Bergwerke gebracht. Aber die drei hinterlistigen Kameraden wurden ihres Lebens nicht mehr froh, die Erinnerung an diese schreckliche Begebenheit, die sie selbst herbeigeführt, wollte nicht aus ihrem Gedächtnisse schwinden, und alle drei starben nicht lange darauf eines gewaltsamen Todes durch einen Unfall bei ihrer Arbeit. Ganz unkenntlich wurde Josephs Leichnam aus dem Bergwerke gebracht. Aber die drei hinterlistigen Kameraden wurden ihres Lebens nicht mehr froh, die Erinnerung an diese schreckliche Begebenheit, die sie selbst herbeigeführt, wollte nicht aus ihrem Gedächtnisse schwinden, und alle drei starben nicht lange darauf eines gewaltsamen Todes durch einen Unfall bei ihrer Arbeit.
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