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sagen:bergmaennischesagen058

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 ====== Das himmlische Heer bei Annaberg ====== ====== Das himmlische Heer bei Annaberg ======
  
-Einst lebte in der Gegend des heutigen [[geo:annaberg|Annaberges]] ein armer [[typ:Bergmann]], der reich mit Kindern, aber wenig mit zeitlichen Gütern gesegnet war und sich, weil seine Frau schwer erkrankt war, in großer Not befand, zumal da die [[typ:Grube]] am südlichen Abhange des Bielberges, wo er arbeitete, unergiebig war. Wie er nun mit seinem Gevatter, dem [[typ:Steiger]], lange vergeblich gearbeitet hatte, fiel auf einmal ein Teil des Gesteins von selbst herab, und sie sahen einen mächtigen Gang reichen [[typ:Erzes]] vor sich, eine Stimme aber rief: „Daniel!“ (so hieß er nämlich) „ich bin der Fürst der Berge; was du in diesem [[typ:schacht|Schachte]] gewinnst, ist dein, ich schenke es dir!" jener aber sprach: „ich kann es nicht annehmen, denn es gehört den Gewerken.“+Einst lebte in der Gegend des heutigen [[geo:annaberg|Annaberges]] ein armer Bergmann, der reich mit Kindern, aber wenig mit zeitlichen Gütern gesegnet war und sich, weil seine Frau schwer erkrankt war, in großer Not befand, zumal da die Grube am südlichen Abhange des Bielberges, wo er arbeitete, unergiebig war. Wie er nun mit seinem Gevatter, dem Steiger, lange vergeblich gearbeitet hatte, fiel auf einmal ein Teil des Gesteins von selbst herab, und sie sahen einen mächtigen Gang reichen Erzes vor sich, eine Stimme aber rief: „Daniel!“ (so hieß er nämlich) „ich bin der Fürst der Berge; was du in diesem Schachte gewinnst, ist dein, ich schenke es dir!" jener aber sprach: „ich kann es nicht annehmen, denn es gehört den Gewerken.“
  
-Als nun der [[typ:Berggeist]] ihn noch mehrmals aufgefordert hatte, das Gefundene zu nehmen und an seine Frau und Kinder zu denken, er aber sich immer weigerte, verschwand auf einmal der ganze Erzgang wieder. Er ging traurig nach Hause, als er aber dort ankam, kam ihm seine Frau völlig gesund entgegen und sagte: „es sei ein fremder [[typ:Bergmann]] dagewesen, habe ihr [[typ:brot|Brod]], [[typ:Fleisch]] und [[typ:Wein]] für ihre Kinder gebracht und sie aus einem kleinen Fläschchen trinken lassen, und seitdem seien alle ihre [[typ:schmerz|Schmerzen]] verschwunden; jener aber habe gesagt, ihre Noth werde bald aufhören, das lasse ihr der Fürst der Finsterniß sagen." In der Nacht [[typ:traum|träumte]] aber der fromme Bergmann, der Berggeist stehe vor ihm und sage ihm, zum Lohn für seine Redlichkeit wolle er ihn glücklich machen, er solle früh auf den Schreckenberg gehen, dort werde er [[typ:Feuer]] vom [[typ:Himmel]] fallen sehen, und an dieser Stelle solle er einschlagen.+Als nun der [[wesen:Berggeist]] ihn noch mehrmals aufgefordert hatte, das Gefundene zu nehmen und an seine Frau und Kinder zu denken, er aber sich immer weigerte, verschwand auf einmal der ganze Erzgang wieder. Er ging traurig nach Hause, als er aber dort ankam, kam ihm seine Frau völlig gesund entgegen und sagte: „es sei ein fremder Bergmann dagewesen, habe ihr Brod, Fleisch und Wein für ihre Kinder gebracht und sie aus einem kleinen Fläschchen trinken lassen, und seitdem seien alle ihre Schmerzen verschwunden; jener aber habe gesagt, ihre Noth werde bald aufhören, das lasse ihr der Fürst der Finsterniß sagen." In der Nacht träumte aber der fromme Bergmann, der Berggeist stehe vor ihm und sage ihm, zum Lohn für seine Redlichkeit wolle er ihn glücklich machen, er solle früh auf den Schreckenberg gehen, dort werde er Feuer vom Himmel fallen sehen, und an dieser Stelle solle er einschlagen.
  
-Wie er des nächsten Morgens aufwachte, ging er in den Wald; plötzlich fuhr aus heiterem Himmel ein [[typ:Blitz]] in eine hohe [[typ:Fichte]], und als Daniel mit der bergmännischen Rute an den [[typ:wurzel|Wurzeln]] des Baumes einschlug, da entdeckte er beim Nachgraben einen reichen [[typ:silber|Silbergang]], diesen mutete er und sein Gevatter [[typ:Steiger]], und beide wurden schnell reich, die Grube aber nannte man „das himmlische Heer."+Wie er des nächsten Morgens aufwachte, ging er in den Wald; plötzlich fuhr aus heiterem Himmel ein Blitz in eine hohe Fichte, und als Daniel mit der bergmännischen Rute an den Wurzeln des Baumes einschlug, da entdeckte er beim Nachgraben einen reichen Silbergang, diesen mutete er und sein Gevatter Steiger, und beide wurden schnell reich, die Grube aber nannte man „das himmlische Heer."
  
 //Quelle: [[autor:wrubel|Friedrich Wrubel]], [[buch:bergmaennischesagen|Sammlung bergmännischer Sagen]], Seite 77-78// //Quelle: [[autor:wrubel|Friedrich Wrubel]], [[buch:bergmaennischesagen|Sammlung bergmännischer Sagen]], Seite 77-78//
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sagen/bergmaennischesagen058.1677763772.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)