sagen:berggeistriesengebirge11
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| Einmal sandte ihn sein Brotherr, der ihn im Stillen bedauerte, in das Gebirge, damit er dort Kräuter sammle, die in der Apotheke zur Bereitung von Tee oder zum Ausziehen von kräftigen Heilmitteln verwendet werden können. In Wirklichkeit wollte er nur, dass der brave junge Mensch einmal aus dem düsteren Gewölbe heraus in die frische Bergluft käme. Daher gab er ihm ein wenig Zehrgeld, hieß ihn, sich mit Brot zu versorgen und verlangte nur, dass er am nächsten Abend vor Torschluss zurück sei. | Einmal sandte ihn sein Brotherr, der ihn im Stillen bedauerte, in das Gebirge, damit er dort Kräuter sammle, die in der Apotheke zur Bereitung von Tee oder zum Ausziehen von kräftigen Heilmitteln verwendet werden können. In Wirklichkeit wollte er nur, dass der brave junge Mensch einmal aus dem düsteren Gewölbe heraus in die frische Bergluft käme. Daher gab er ihm ein wenig Zehrgeld, hieß ihn, sich mit Brot zu versorgen und verlangte nur, dass er am nächsten Abend vor Torschluss zurück sei. | ||
| - | Der junge Mann dankte mit leuchtenden Blicken, machte sich in der Frühe marschbereit und wanderte vergnügt der Schneekoppe zu. Allein das Glück war ihm nicht günstig, denn es regnete und stürmte so, dass ihm die Aussicht und die Laune bald verdorben waren. Dennoch kam er bis Hermsdorf und wollte den Berg, wenn möglich, am nächsten Morgen in der Frühe ersteigen. | + | Der junge Mann dankte mit leuchtenden Blicken, machte sich in der Frühe marschbereit und wanderte vergnügt der [[region:Schneekoppe]] zu. Allein das Glück war ihm nicht günstig, denn es regnete und stürmte so, dass ihm die Aussicht und die Laune bald verdorben waren. Dennoch kam er bis Hermsdorf und wollte den Berg, wenn möglich, am nächsten Morgen in der Frühe ersteigen. |
| Am anderen Tage hatte er mehr Glück. Er stieg bei gutem, klarem Wetter auf das Gebirge. Dort suchte er sich einen schönen Punkt und sah von da aus freudig in die Ferne, sah die Kuppen des Gebirges, ermittelte die vielen Ortschaften in der Runde sowie die Flussläufe und Täler. Auch an großem und kleinem Getier hatte er seine Freude. Ein drolliger, feister Waldhase, der in großen Sätzen über den Weg sprang, stimmte ihn heiter. Er beobachtete eine große Schwarzamsel in ihrem sorglosen Tun, belauschte einen Schmetterling auf einer Distelblüte und half einem kleinen Käfer, der im Übereifer von seinem Zweiglein heruntergepurzelt war und dummerweise auf dem Rücken lag, mit aller Vorsicht wieder auf die Beine. | Am anderen Tage hatte er mehr Glück. Er stieg bei gutem, klarem Wetter auf das Gebirge. Dort suchte er sich einen schönen Punkt und sah von da aus freudig in die Ferne, sah die Kuppen des Gebirges, ermittelte die vielen Ortschaften in der Runde sowie die Flussläufe und Täler. Auch an großem und kleinem Getier hatte er seine Freude. Ein drolliger, feister Waldhase, der in großen Sätzen über den Weg sprang, stimmte ihn heiter. Er beobachtete eine große Schwarzamsel in ihrem sorglosen Tun, belauschte einen Schmetterling auf einer Distelblüte und half einem kleinen Käfer, der im Übereifer von seinem Zweiglein heruntergepurzelt war und dummerweise auf dem Rücken lag, mit aller Vorsicht wieder auf die Beine. | ||
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