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sagen:aachenssagen23

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 ====== Die Mobesin ====== ====== Die Mobesin ======
  
-Die Mobesin, das war eine schlimme und böse [[wesen:Hexe]]!+Die Mobesin((Anmerkung Sagenwiki: Bei der Mobesin handelt es sich um Katharina von Thenen, die trotz ihrer Abstammung aus einer Patrizierfamilie und als Ehefrau des wohlhabenden Kaufmanns Matthias Maubach aufgrund „selbstgestandener“ Zaubereien am 10. Dezember 1630 zunächst mit dem Schwert hingerichtet und dann verbrannt wurde.)), das war eine schlimme und böse [[wesen:Hexe]]!
  
 Bei Tag hat sie die Leut gequält\\ Bei Tag hat sie die Leut gequält\\
 Bei Nacht des Teufels Geld gezählt\\ Bei Nacht des Teufels Geld gezählt\\
  
-Sie wohnte vor vielen hundert Jahren in einem großen Hause an der Ecke des Seil- und Hirschgrabens und war in der ganzen Stadt unter dem Namen der Gräfin Mobesin((Anmerkung Sagenwiki: Bei der Mobesin handelt es sich um Katharina von Thenen, die trotz ihrer Abstammung aus einer Patrizierfamilie und als Ehefrau des wohlhabenden Kaufmanns Matthias Maubach aufgrund „selbstgestandener“ Zaubereien am 10. Dezember 1630 zunächst mit dem Schwert hingerichtet und dann verbrannt wurde.)) bekannt. Wie und woher sie in die [[geo:aachen|Stadt]] gekommen war, das wußte kein Mensch. Sie hielt Wagen und Pferde, denn sie war sehr reich, allein sie hatte mit Niemanden Umgang, fuhr auch nie bei Tage aus und war noch niemals in der Kirche gesehen worden, selbst nicht an Sonn- und Festtagen. Kein Armer erhielt bei ihr ein Almosen, Thüre und Fenster waren stets verschlossen. So still es aber im Hause bei Tage war, so geräuschvoll und lärmend ging es dort oft in der Nacht her. Die Säle waren dann hell erleuchtet und obgleich man weder zu Wagen, noch zu Fuße Leute dahin kommen sah, so schien doch große Gesellschaft dort zu sein.+Sie wohnte vor vielen hundert Jahren in einem großen Hause an der Ecke des Seil- und Hirschgrabens und war in der ganzen Stadt unter dem Namen der Gräfin Mobesin bekannt. Wie und woher sie in die [[geo:aachen|Stadt]] gekommen war, das wußte kein Mensch. Sie hielt Wagen und Pferde, denn sie war sehr reich, allein sie hatte mit Niemanden Umgang, fuhr auch nie bei Tage aus und war noch niemals in der Kirche gesehen worden, selbst nicht an Sonn- und Festtagen. Kein Armer erhielt bei ihr ein Almosen, Thüre und Fenster waren stets verschlossen. So still es aber im Hause bei Tage war, so geräuschvoll und lärmend ging es dort oft in der Nacht her. Die Säle waren dann hell erleuchtet und obgleich man weder zu Wagen, noch zu Fuße Leute dahin kommen sah, so schien doch große Gesellschaft dort zu sein.
  
 Ein Nachtwächter, dem das Treiben bei der Mobesin schon lange verdächtig vorgekommen war, entschloß sich, als er spät am Abend wieder Lärm und Gepolter im Hause hörte, einmal zu lauschen und da kam es ihm denn vor, als wenn er im Saale eine Menge alter und junger Katzen mit feurigen Augen um einen Tisch sitzen und allerlei gräßliche Gebärden machen sähe. Auf dem Tische lag aber lauter blankes Gold, worin sie mit den Klauen herumarbeiteten, als wenn sie es zählten. Was den Nachtwächter aber am meisten in Verwunderung setzte, war der Umstand, daß die große schwarze Katze der Mobesin, die er oft um das Haus hatte schleichen sehen, den Ehrensitz einzunehmen und sich besonders thätig zu beweisen schien. Der Nachtwächter hatte nun die Ueberzeugung gewonnen, daß hier der [[wesen:Teufel]] mit im Spiele sei und ging in Zukunft an dem Hause nicht mehr vorüber ohne sich zu kreuzigen und im Stillen zu sagen: „alle gute Geister loben Gott!“ Er sagte aber von Allem, was er gesehen und gehört hatte, vorläufig Niemanden etwas. Ein Nachtwächter, dem das Treiben bei der Mobesin schon lange verdächtig vorgekommen war, entschloß sich, als er spät am Abend wieder Lärm und Gepolter im Hause hörte, einmal zu lauschen und da kam es ihm denn vor, als wenn er im Saale eine Menge alter und junger Katzen mit feurigen Augen um einen Tisch sitzen und allerlei gräßliche Gebärden machen sähe. Auf dem Tische lag aber lauter blankes Gold, worin sie mit den Klauen herumarbeiteten, als wenn sie es zählten. Was den Nachtwächter aber am meisten in Verwunderung setzte, war der Umstand, daß die große schwarze Katze der Mobesin, die er oft um das Haus hatte schleichen sehen, den Ehrensitz einzunehmen und sich besonders thätig zu beweisen schien. Der Nachtwächter hatte nun die Ueberzeugung gewonnen, daß hier der [[wesen:Teufel]] mit im Spiele sei und ging in Zukunft an dem Hause nicht mehr vorüber ohne sich zu kreuzigen und im Stillen zu sagen: „alle gute Geister loben Gott!“ Er sagte aber von Allem, was er gesehen und gehört hatte, vorläufig Niemanden etwas.
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