sagen:aachenssagen20
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| ====== Das Marien-Bildchen ====== | ====== Das Marien-Bildchen ====== | ||
| - | Oben in der Roßstraße steht ein niedliches | + | Oben in der Roßstraße steht ein niedliches Kapellchen, welches seine Entstehung bis in die ältesten Zeiten der Stadt hinauf datirt. In dem selben befindet sich ein wunderthätiges Bild der [[vip: |
| - | Als im Jahre des Heils 1656, am 2. Mai, die ganze Stadt [[geo: | + | Als im Jahre des Heils 1656, am 2. Mai, die ganze Stadt [[geo: |
| - | Besonders aber in Kinder-Krankheiten nehmen Eltern und Geschwister ihre Zuflucht zu Marien-Bildchen. Wenn der Arzt nicht mehr zurathen und zu helfen weiß und den Eltern die drohende Gefahr, worin das Kind schwebt, nicht länger verbergen kann, dann suchen sie überirdische Hilfe. Sie schicken drei Kinder der Nachbarschaft zwischen sieben und neun Jahr alt, jedes mit einer Kerze versehen nach Marien-Bildchen. Vom Hause aus, wo das kranke Kindchen liegt, ziehen die kleinen | + | Besonders aber in Kinder-Krankheiten nehmen Eltern und Geschwister ihre Zuflucht zu Marien-Bildchen. Wenn der Arzt nicht mehr zurathen und zu helfen weiß und den Eltern die drohende Gefahr, worin das Kind schwebt, nicht länger verbergen kann, dann suchen sie überirdische Hilfe. Sie schicken drei Kinder der Nachbarschaft zwischen sieben und neun Jahr alt, jedes mit einer Kerze versehen nach Marien-Bildchen. Vom Hause aus, wo das kranke Kindchen liegt, ziehen die kleinen Pilger unter fortwährendem Gebete nach dem Kapellchen. Hier angelangt zünden sie die Kerzchen an, stellen sie auf einen Leuchter hin, knien dort nieder und beten noch eine Weile für die Genesung des kranken Kindchens. |
| Die Kinder schauen dabei mit gespannter Aufmerksamkeit und mit beklommenen Herzen auf den Schein ihrer Kerzchen, denn es herrscht dabei der kindlich fromme Glauben, daß das Schwesterchen oder Brüderchen genesen werde, wenn die Kerzchen mit hellem Schein brennen, daß sie hingegen sterben werden, wenn die Flämmchen matt und trübe sind. Betend, wie sie zum Kapellchen hinzogen, kehren die Kinder von dort nach Hause zurück, wo man ihrer sehnsüchtig harret. Hier verkünden sie nun voll Zuversicht und freudigen Herzens, daß das kranke Kindlein genesen wird, denn die Kerzlein brannten hell und klar, oder sie theilen weinend und schluchzend ihre Befürchtungen mit, denn ach! die Kerzlein brannten matt und trübe. | Die Kinder schauen dabei mit gespannter Aufmerksamkeit und mit beklommenen Herzen auf den Schein ihrer Kerzchen, denn es herrscht dabei der kindlich fromme Glauben, daß das Schwesterchen oder Brüderchen genesen werde, wenn die Kerzchen mit hellem Schein brennen, daß sie hingegen sterben werden, wenn die Flämmchen matt und trübe sind. Betend, wie sie zum Kapellchen hinzogen, kehren die Kinder von dort nach Hause zurück, wo man ihrer sehnsüchtig harret. Hier verkünden sie nun voll Zuversicht und freudigen Herzens, daß das kranke Kindlein genesen wird, denn die Kerzlein brannten hell und klar, oder sie theilen weinend und schluchzend ihre Befürchtungen mit, denn ach! die Kerzlein brannten matt und trübe. | ||
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