sagen:aachenssagen12
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| ====== Wittekind im Münster zu Aachen ====== | ====== Wittekind im Münster zu Aachen ====== | ||
| - | Nach dreißigjährigem, | + | Nach dreißigjährigem, |
| - | Der tapfere und unbändige Herzog der Ost-Sachsen, | + | Der tapfere und unbändige Herzog der Ost-Sachsen, |
| - | Er warf dann über seine volle Rüstung ein Pilgerkleid, | + | Er warf dann über seine volle Rüstung ein Pilgerkleid, |
| - | Am nächsten Tage in aller Frühe trat [[vip: | + | Am nächsten Tage in aller Frühe trat Wittekind voll Rachegedanken in das Münster. Die schöne, hohe Wölbung des Gotteshauses, |
| Als aber seine Blicke nun auf Karl fielen, da erwachte sein Ingrimm aufs Neue, er erinnerte sich seines Racheschwures, | Als aber seine Blicke nun auf Karl fielen, da erwachte sein Ingrimm aufs Neue, er erinnerte sich seines Racheschwures, | ||
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| Der Kaiser mit seinen Kindern und allen Anwesenden fielen auf die Knie und schlugen, das Haupt zur Erde gebeugt, reuig an die Brust, als der Priester den Leib des Herrn hoch empor hielt. Da glitt dem Sachsen-Helden die Hand unwillkührlich vom Griffe des Schwertes, eine unwiderstehliche Gewalt riß ihn aufs Knie, sein Herz war weich geworden und heiße Thränen rollten über seine Wangen. Er fühlte sich wie in eine andere Welt versetzt, die Töchter des Kaisers, welche in weißen Gewändern um den Vater knieten, erschienen ihm wie schützende Engel, dessen Leben zu bewachen; die Klänge der Orgel waren für ihn Musik aus höhern Sphären; eine himmlische Macht griff tief in sein Herz und – er betete zum Gott der Christen. | Der Kaiser mit seinen Kindern und allen Anwesenden fielen auf die Knie und schlugen, das Haupt zur Erde gebeugt, reuig an die Brust, als der Priester den Leib des Herrn hoch empor hielt. Da glitt dem Sachsen-Helden die Hand unwillkührlich vom Griffe des Schwertes, eine unwiderstehliche Gewalt riß ihn aufs Knie, sein Herz war weich geworden und heiße Thränen rollten über seine Wangen. Er fühlte sich wie in eine andere Welt versetzt, die Töchter des Kaisers, welche in weißen Gewändern um den Vater knieten, erschienen ihm wie schützende Engel, dessen Leben zu bewachen; die Klänge der Orgel waren für ihn Musik aus höhern Sphären; eine himmlische Macht griff tief in sein Herz und – er betete zum Gott der Christen. | ||
| - | Nach vollendetem Gottesdienste erhob sich der seltsame Pilger und näherte sich zum Erstaunen der Menge festen Schrittes dem Kaiser und reichte ihm zutraulich die Hand. „Mächtiger Karl, sprach er, der Sachsen-Herzog | + | Nach vollendetem Gottesdienste erhob sich der seltsame Pilger und näherte sich zum Erstaunen der Menge festen Schrittes dem Kaiser und reichte ihm zutraulich die Hand. „Mächtiger Karl, sprach er, der Sachsen-Herzog Wittekind steht vor Dir, als Dein Feind trat ich voll Rachegedanken in dies Gotteshaus, ich verlasse dasselbe versöhnt als Dein Freund. In dieser Stunde hat Dein Gott mich selbst erleuchtet, ich schwöre Irmin ab und werde von nun an den Gott der Christen bekennen.“ |
| Voll Staunen und tiefer Rührung erkannte Karl den kühnsten und tapfersten seiner Feinde, den Sachsen-Herzog, | Voll Staunen und tiefer Rührung erkannte Karl den kühnsten und tapfersten seiner Feinde, den Sachsen-Herzog, | ||
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sagen/aachenssagen12.1704640052.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
