sagen:aachenssagen05
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| + | ====== Danko der Glockengießer ====== | ||
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| + | So war denn endlich auch der Glockenthurm am [[kirche: | ||
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| + | Hochgeehrt traf derselbe sehr bald in Aachen ein und mit frommer Begeisterung that Karl ihm seinen Wunsch kund, versprach ihm reichlichen Lohn nach Vollendung der Arbeit und setzte hinzu, daß er keinen Aufwand zu scheuen habe, um ein Meisterwerk zu Stande zu bringen. Denn die Glocke, so meinte der Kaiser, sollte dem Münster eine Hauptzierde sein, ihre ehrne Stimme sollte ja noch nach Tausend Jahren die Gläubigen zur Andacht rufen und allen Bürgern Freud und Leid verkünden. Danko ging alsbald ans Werk und mit Freudigkeit ließ ihm der Kaiser alle gewünschte Geräthe und alle verlangte Metalle herbeischaffen. Damit der Ton der Glocke rein und weithallend sei, waren dem Meister auch hundert Pfund Silber aus dem Schatze Karls zugewogen worden. | ||
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| + | Der Glockengießer war aber ein habsüchtiger und unehrlicher Mann, der schnöden Gewinn der Ehre vorzog. Er hatte nämlich das Silber bei Seite geschafft und statt dessen hundert Pfund Blei in die Glockenspeise gebracht. Als nun der Guß vollendet war und die Glocke aus der Grube gezogen wurde, da jauchzten alle Zuschauer und der Kaiser freute sich ohnmaßen, denn sie war spiegelblank und glänzte, wie pures Silber. Bald nachher schwebte sie hoch oben im Thurme und schon harrte man mit Ungeduld ihres ersten Geläutes. | ||
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| + | Der Kaiser hatte sich selber aber die Freude vorbehalten, | ||
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| + | „Wohlan, Danko, sprach darauf der Kaiser, so versuche Du denn selber dein Meisterwerk, | ||
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| + | In der Wohnung Dankos fand sich das unterschlagene Silber noch alle vor. Der Kaiser bestimmte es für die Armen und grämte sich eine Zeit lang der erlittenen Täuschung wegen. | ||
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sagen/aachenssagen05.1672748530.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
