sagen:aachenssagen02
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| + | > Sage des Monats Oktober 2022 | ||
| ====== Der Münsterbau ====== | ====== Der Münsterbau ====== | ||
| - | Auf keines der vielen Bauwerke, welche [[vip: | + | Auf keines der vielen Bauwerke, welche [[vip: |
| Seinem vertrauten Freunde und Geheim-Schreiber [[vip: | Seinem vertrauten Freunde und Geheim-Schreiber [[vip: | ||
| - | Doch der große Krieg mit den Sachsen rief den Kaiser in weite Ferne, ehe er noch sein Münster zur Hälfte ausgeführt sah. Vor seiner Abreise empfahl er allen Bauleuten das Werk angelegentlichst und besonders trug er dem Stadtrath auf, Sorge zu tragen, daß das Münster vollendet sei, wenn er heimkehre. Er sah nämlich voraus, daß der Krieg mit den Sachsen nicht so bald beendet sein werde. | + | Doch der große Krieg mit den [[volk: |
| - | Derselbe dauerte denn auch wirklich lange an und des Kaisers | + | Derselbe dauerte denn auch wirklich lange an und des Kaisers Schätze und der Gemeinde Mittel waren bald erschöpft. Unter solchen Verhältnissen stockte gar bald der Bau des Münsters, die Kassen waren leer und vergebens sah man sich nach Hilfe um. Der Stadtrath war dabei in einer trostlosen Verlegenheit, |
| - | Sie mußten selbst des Kaisers Zorn befürchten, | + | Sie mußten selbst des Kaisers Zorn befürchten, |
| Eines Abends nämlich, als der Stadtrath wieder versammelt war und über den Bau des Münsters und über das fehlende Geld vor lauter Nachdenken eigentlich an nichts dachte, da trat plötzlich ein stattlicher Herr in schmucker Kleidung in die Versammlung. Er grüßte die Herren mit dem ganzen Anstand eines Kavaliers und sprach dann also: „Meine Herren, die ganze Stadt weiß es, und wer es nicht wüßte, der könnte es in euern Mienen lesen, daß euch ein Geldkummer drückt. Bei den heutigen Kriegsläuften ist dasselbe allerwegen rar und möchte es euch schwer" | Eines Abends nämlich, als der Stadtrath wieder versammelt war und über den Bau des Münsters und über das fehlende Geld vor lauter Nachdenken eigentlich an nichts dachte, da trat plötzlich ein stattlicher Herr in schmucker Kleidung in die Versammlung. Er grüßte die Herren mit dem ganzen Anstand eines Kavaliers und sprach dann also: „Meine Herren, die ganze Stadt weiß es, und wer es nicht wüßte, der könnte es in euern Mienen lesen, daß euch ein Geldkummer drückt. Bei den heutigen Kriegsläuften ist dasselbe allerwegen rar und möchte es euch schwer" | ||
| - | Wie verklärten sich bei diesen Worten die Gesichter der [[typ: | + | Wie verklärten sich bei diesen Worten die Gesichter der Rathsherren! Der Vorsitzende im Rathe fragte daher den Unbekannten, |
| „Meine Herren Stadträthe, | „Meine Herren Stadträthe, | ||
| - | Es war von mir doch nur so eine dumme Grille, um euch zu zeigen, daß ich auch gutmüthig sein kann. Euer Münster wird bald hübsche Nester für meine [[typ:eule|Eulen]] darbieten oder nehmet ihr Herren, wenn ihr es haben könnt, Geld zu billigern Bedingungen, | + | Es war von mir doch nur so eine dumme Grille, um euch zu zeigen, daß ich auch gutmüthig sein kann. Euer Münster wird bald hübsche Nester für meine Eulen darbieten oder nehmet ihr Herren, wenn ihr es haben könnt, Geld zu billigern Bedingungen, |
| - | Weil der [[typ:Teufel]] so manierlich sprach und viele Stadträthe die von ihm oben aufgestellte Seelenrechnung richtig fanden, so hatten sie sich allmählig ermannt und da der Teufel auch noch erklärte, er werde in Gold, ohne Agio zu berechnen auszahlen, so wurde der Vertrag geschlossen und ihm die erste Seele, welche in das Münster eingehen sollte, durch Unterschrift und Siegel zugesagt. | + | Weil der Teufel so manierlich sprach und viele Stadträthe die von ihm oben aufgestellte Seelenrechnung richtig fanden, so hatten sie sich allmählig ermannt und da der Teufel auch noch erklärte, er werde in Gold, ohne Agio zu berechnen auszahlen, so wurde der Vertrag geschlossen und ihm die erste Seele, welche in das Münster eingehen sollte, durch Unterschrift und Siegel zugesagt. |
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