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sagen:890_der_heidut_bei_pulsnitz

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-====== Der Heidut bei Pulsnitz ====== 
  
-    Nach Gräve S. 120. sq. 
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-Auf dem sogenannten Eierberge, unfern des Landstädtchens [[geo:Pulsnitz]], befand sich vor nicht gar zu langer Zeit eine hohe [[typ:Fichte]], aus welcher zu manchen Zeiten des Nachts ein tutendes Geheul ertönte, von dem man sagte: „der Heidut läßt sich hören.“ Nun war aber gedachter Heidut – sein wirklicher Name ist im Strome der Zeit verloren gegangen – ein gar frommer und gottseliger Mann zu Pulsnitz, der den Armen viel zu Gute that, und die [[typ:Kirche]] und ihre [[typ:Diener]] reichlich bedachte. Darum that der Herr auch große [[typ:Wunder]] an ihm, dergestalt, daß er seinen Hut, Degen, Wamms, Gürtel, Stiefel und Sporen an Sonnenstäubchen aufhängen konnte, an denen sie auch wie an einem [[typ:Nagel]] fest haften blieben.  
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-Da sann der [[typ:Teufel]], dem ein so frommer und bei Gott wohl angesehener Mann ein Greuel war, darauf, wie er ihn zu Schanden machen könne. Einst war Letzterer in der Kirche, da sah er, wie während der [[typ:Predigt]] der Teufel allen sterblichen Augen [[typ:unsichtbar]] die Sünden der im Gotteshause befindlichen Andächtigen auf eine Bockshaut notirte, da dieselbe aber nicht zureichte, sie mit seiner Kralle und Füßen auszudehnen suchte, und bei diesem Bemühen aus dem Gleichgewicht kam, und sich unsanft niedersetzte. Dies kam dem frommen Manne so lächerlich vor, daß er laut auflachte und dadurch die Predigt störte.((Diese Sage ist oben [[sagen:809_der_pan_dietrich_oder_der_wilde_jaeger_in_der_lausitz|Nr. 809]]. S. 203. sq. schon von dem wilden Jäger erzählt.)) Als er nun nach Hause kam, wollte er seine Kleider wie gewöhnlich an den Sonnenstäubchen aufhängen, allein dies ging nicht mehr, und vor Aerger fing er an gräßlich zu [[typ:schimpfen]] und zu [[typ:fluchen]]. Damit fiel er aber in die Hände des Teufels, denn ein so frommer Verehrer der Kirche und der Heiligen er bisher gewesen war, ein so frecher Gottesleugner ward er nun, sein täglicher Aufenthalt war im [[typ:wirtshaus|Wirthshause]], wo er die Zeit mit Saufen und Schlemmen hinbrachte, die er nicht mit seinen wilden Gesellen auf der [[typ:Jagd]] todtschlug, ja am eifrigsten trieb er es während des Gottesdienstes.  
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-So saß er auch einst im Kreise seiner Zechbrüder, da traf ihn der Schlag, oder der Teufel drehte ihm [[typ:genickbruch|den Hals um]], und von nun an irrte sein Geist des Nachts über Berg und Thal, durch Wälder und Fluren unstät umher, bis ihn ein [[typ:Mönch]] in jene [[typ:Fichte]] [[typ:bann|bannte]]. Auf dem Pulsnitzer Stadtkeller befindet sich ein an Ketten hängendes mit Hirschgeweihen eingefaßtes hölzernes Brustbild mit langem schwarzen Barte, gewöhnlich der alte Schlieben oder der wilde Mann genannt – nach Andern wäre aber dieser Schlieben ein Wohlthäter der Pulsnitzer gewesen –, welches den Heidut vorstellen soll.  
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-//Quelle: Johann Georg Theodor Grässe: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen. Band 2. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 297; [[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Graesse_Sagenschatz_Sachsens_II_297.jpg&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]// 
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-{{tag>sagen grässe sagenschatzsachsen2 oberlausitz pulsnitz fichte bann teufel kirche frevel schimpfen fluchen genickbruch wirtshaus predigt nagel bann}} 
sagen/890_der_heidut_bei_pulsnitz.1668674859.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)