sagen:824das_steinerne_kreuz_an_der_dreifaltigkeitskirche_zu_zittau
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| - | ====== Das steinerne Kreuz an der Dreifaltigkeitskirche zu Zittau ====== | ||
| - | S. Sachsengrün II. Jahrg. 1861. S. 22. u. oben S. 212. | ||
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| - | Die heilige Dreifaltigkeitskirche, | ||
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| - | Ueber letzterem, in der Mitte des Kreuzes befindet sich eine kleine Nische. Links neben diesem, in einer Entfernung von etwa 3 Fuß, ist in einem der Sandquadern, | ||
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| - | Der Senat der Sechsstadt [[geo: | ||
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| - | Namentlich zog einer unter ihnen, ein junger blonder Geselle, den Haß des Italieners auf sich, weil er dem [[typ: | ||
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| - | Rüstig ging es an die Arbeit, Meister und Gesellen ruheten nie, Schlaf erquickte sie nicht, kaum gönnten sie sich zum Essen Zeit, und wenn der eine durch Ruhe seine Kräfte erfrischen wollte, so trieb ihn die Furcht, daß der Gegner ihm unterdessen zuvorkommen möge, zu neuer Thätigkeit an. Zwei Tage und zwei Nächte waren so vergangen und die Pfeiler ihrer Vollendung bald nahe, als die Kraft des Meisters, die an eine anhaltende und schwere Arbeit nicht mehr gewöhnt war, immer mehr zu erschlaffen begann, obgleich er selbst sah, daß, wenn er nicht alle Kraft der Muskeln zusammennehme und auf das Höchste steigere, der Jüngling eher seinen Pfeiler vollendet haben würde, als er. | ||
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| - | Fieberhaft zitternd in Folge der großen Erschöpfung und Angst setzte er Stein auf Stein. Doch waren seine Mühen umsonst, in der Mittagsstunde des dritten Tages erscholl vom andern Pfeiler der freudige Ruf: „fertig!“ herüber, der eine Leichenblässe auf dem Antlitze des Meisters hervorrief. Unten jubelten die anderen Gesellen und die Volksmenge, welche dem eigenthümlichen [[typ: | ||
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| - | Der Meister steigt vom Gerüste herab, um sich von unten den Bau des andern Pfeilers zu betrachten, und vielleicht irgend einen Mangel an demselben zu entdecken. Aber kein Fehler ist zu sehen, Alles im Gegentheil nach den Regeln der Kunst gemacht. Auch der Jüngling ist herabgekommen, | ||
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| - | Ruhig, ja fast Freude und Genugthuung über seine Blutthat empfindend stellt sich der Welsche dem Gericht, welches das Todesurtheil über ihn fällte. Ohne Reue zu äußern, [[typ: | ||
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| - | Zum ewigen Andenken an diese Begebenheit hat man an den Pfeilern, welche das Volk davon die Wettepfeiler genannt hat, und sich an der Westseite der Kirche befinden, zwei Nischen anbringen und das Kreuz mit dem Dolche und Schwerte in die Mauer einfügen lassen. | ||
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| - | //Quelle: Johann Georg Theodor Grässe, Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 2. S. 219, Zweite verbesserte und vermehrte Auflage, 1874 [[https:// | ||
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