sagen:82._der_schlangenkoenig_von_luebbenau
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| ====== Der Schlangenkönig von Lübbenau ====== | ====== Der Schlangenkönig von Lübbenau ====== | ||
| Büsching IV. 342. O. u. N. L. Chronik. S. 31. N. L. M. Bd. 36. S. 165. ff. | Büsching IV. 342. O. u. N. L. Chronik. S. 31. N. L. M. Bd. 36. S. 165. ff. | ||
| - | Das ehrwürdige alte Schloß von [[geo: | + | Das ehrwürdige alte Schloß von [[geo: |
| - | Die gräfliche Familie führt im [[typ: | + | Die gräfliche Familie führt im Schilde eine gekrönte Schlange mit einer Mauer, und wüßte Niemand weswegen und auch nicht woher die Grafen so reich sind, da sie doch ganz arm nach Deutschland gekommen sind, wenn es nicht das gemeine Volk dasiger Gegend aus dem Munde seiner Ahnen erfahren hätte und weiter erzählt von Kind zu Kindeskind. |
| - | Es sind aber um Lübbenau in den vielen hundert Armen der [[region: | + | Es sind aber um Lübbenau in den vielen hundert Armen der [[region: |
| - | Als nun der erste Lynar nach Deutschland und in die [[region: | + | Als nun der erste Lynar nach Deutschland und in die [[region: |
| - | Seitdem aber der Schlangenkönig seine Krone verloren, hat sich die Anzahl der Schlangen vielfach gemindert. Folgendes jedoch hat sich zu unserer Großväter Zeiten zugetragen. Ein [[typ:Fischer]], der vor vierzig Jahren noch lebte, fischt in einem alten mit [[typ: | + | Seitdem aber der Schlangenkönig seine Krone verloren, hat sich die Anzahl der Schlangen vielfach gemindert. Folgendes jedoch hat sich zu unserer Großväter Zeiten zugetragen. Ein Fischer, der vor vierzig Jahren noch lebte, fischt in einem alten mit Weiden bewachsenen Graben unweit des Schlosses an der Schnecke, und zieht im Netze zu seinem großen Erstaunen eine große, große Schlange mit etwas Weißem auf dem Kopfe heraus. Und wie es dort die Leute zur Gewohnheit haben, daß sie jede Schlange tödten, wo sie sie finden, so sticht er auch diese mit seiner Rudel an. Aber diese erhebt ein helllautes Pfeifen und augenblicklich ist der ganze Graben schwarz von Schlangen, die sich an seiner Rudel in die Höhe schwingen und sich in seinen Kahn drängen, der aus einem einzigen Eichenstamme ausgehöhlt war, dergleichen dort die Fischer brauchen. In Angst und Schrecken springt er aus dem Kahne aufs Land, aber die Schlangen sind immer hinter ihm her. Zum Glück fällt ihm ein, seine Jacke auszuziehen und von sich zu werfen. Auf diese stürzen sich die Schlangen wie rasend und er entkommt. Die Jacke aber fand man nach mehren Tagen in dem faulen Graben durch und durch zernagt, eine Warnung, wie es ihm ergangen sein würde, wenn sie ihn erwischt hätten. Er hat sich auch seitdem wohl gehütet, die unschuldigen Thiere zum Vergnügen zu tödten. |
| Die große Schlange aber ist der Schlangenkönig gewesen und das Weiße an seinem Kopfe die Haken, woran er früher die Krone trug, ehe sie der erste Lynar erbeutete. Ob der Schlag des Fischers ihn getödtet hat, weiß man nicht. Gesehen worden ist er seit der Zeit nicht mehr und die Schlangen vermindern sich auch von Jahr zu Jahr. | Die große Schlange aber ist der Schlangenkönig gewesen und das Weiße an seinem Kopfe die Haken, woran er früher die Krone trug, ehe sie der erste Lynar erbeutete. Ob der Schlag des Fischers ihn getödtet hat, weiß man nicht. Gesehen worden ist er seit der Zeit nicht mehr und die Schlangen vermindern sich auch von Jahr zu Jahr. | ||
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