Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:80._der_lindwurm_waka_palowaka

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
sagen:80._der_lindwurm_waka_palowaka [2022/02/03 16:07] – angelegt ewuschsagen:80._der_lindwurm_waka_palowaka [2025/01/30 17:46] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1
Zeile 1: Zeile 1:
 +[[sagen:79._der_drache_haupt|<<< vorherige Sage]] | **[[capitel:hauptdaemonensagen|Zweite Abtheilung: Dämonensagen]]** | [[sagen:81._der_haselwurm|nächste Sage >>>]]
 +
 ====== Der Lindwurm (waka, palowaka) ====== ====== Der Lindwurm (waka, palowaka) ======
  
Zeile 5: Zeile 7:
     K. Haupt, Schlangensagen im N. Laus. Mag. 1860.     K. Haupt, Schlangensagen im N. Laus. Mag. 1860.
  
-Es geht eine alte Sage, daß vor langen, langen Zeiten in den Sümpfen und Seen der [[region:Niederlausitz]] schreckliche Lindwürmer und [[typ:drache|Drachen]] gehaust haben; sind gewesen wie [[typ:schlange|Schlangen]], aber viel größer, haben Rauch und Flammen geathmet, und das Land rings umher verwüstet und Menschen und Vieh in großen Massen verschlungen. Nahe am Dorfe [[geo:Zilmsdorf]] (einem der ältesten Orte der Lausitz) ist eine Stelle draußen auf freiem Felde, da sprühen oft mannshohe Flammen aus der Erde empor. Das Volk nennt sie Drachenfeuer und erzählt, daß dort der große [[typ:Drache]] gehaust habe, den der [[vip:georg|heilige Jürgen]] getödtet hat. An der alten Salzstraße, die nach [[geo:Sorau]] führt, ist ein Steinhaufen, da hat der Kampf stattgefunden, und da soll das steinerne [[typ:Denkmal]] des Heiligen gestanden haben, hoch zu Rosse mit der Lanze in der Hand und dem Drachen zu seinen Füßen. Dieser [[typ:Drache]] hat nämlich täglich dreißig Menschen aufgefressen und die Feldmarken weit und breit verwüstet.+Es geht eine alte Sage, daß vor langen, langen Zeiten in den Sümpfen und Seen der [[region:Niederlausitz]] schreckliche Lindwürmer und [[wesen:drache|Drachen]] gehaust haben; sind gewesen wie Schlangen, aber viel größer, haben Rauch und Flammen geathmet, und das Land rings umher verwüstet und Menschen und Vieh in großen Massen verschlungen. Nahe am Dorfe [[geo:Zilmsdorf]] (einem der ältesten Orte der Lausitz) ist eine Stelle draußen auf freiem Felde, da sprühen oft mannshohe Flammen aus der Erde empor. Das Volk nennt sie Drachenfeuer und erzählt, daß dort der große Drache gehaust habe, den der [[vip:georg|heilige Jürgen]] getödtet hat. An der alten Salzstraße, die nach [[geo:Sorau]] führt, ist ein Steinhaufen, da hat der Kampf stattgefunden, und da soll das steinerne Denkmal des Heiligen gestanden haben, hoch zu Rosse mit der Lanze in der Hand und dem Drachen zu seinen Füßen. Dieser Drache hat nämlich täglich dreißig Menschen aufgefressen und die Feldmarken weit und breit verwüstet.
  
-Er konnte auch menschliche Gestalt annehmen und hat in solcher viele Menschen in's Unglück gestürzt, sie ihres Geldes beraubt und dasselbe im tiefen Walde hinten bei der Forstner Haide vergraben. Gewöhnlich aber ist er durch die Luft gezogen, und hat dabei seine Reise über Zilmsdorf nehmen müssen. Dort wohnte aber früher ein gewisser Wochner, ein berühmter [[typ:Teufelsbanner]]; der hat die Kunst gehabt, den [[typ:drache|Drachen]] oft so lange hinzuhalten, bis der Hahnschrei ihn im hiesigen Gau überrascht hat. Da hat er allemal müssen sein [[typ:Gold]] fallen lassen.+Er konnte auch menschliche Gestalt annehmen und hat in solcher viele Menschen in's Unglück gestürzt, sie ihres Geldes beraubt und dasselbe im tiefen Walde hinten bei der Forstner Haide vergraben. Gewöhnlich aber ist er durch die Luft gezogen, und hat dabei seine Reise über Zilmsdorf nehmen müssen. Dort wohnte aber früher ein gewisser Wochner, ein berühmter Teufelsbanner; der hat die Kunst gehabt, den Drachen oft so lange hinzuhalten, bis der Hahnschrei ihn im hiesigen Gau überrascht hat. Da hat er allemal müssen sein Gold fallen lassen.
  
 //Anmerkungen: Zu dem St. Georgsbilde bei Zilmsdorf wurde weit und breit her gewallfahrtet; 1615 hat es der Landvogt Graf Promnitz wieder aufrichten lassen und zwar auf Begehren des Kaisers Matthias (bei der Huldigung in Sorau 1611). Um 1710 stand der Stein noch und zeigte gegen Mitternacht in ausgehauener Arbeit den Ritter St. Georg auf einem Pferde und unter ihm den Lindwurm. Der Stein war 7 Ellen hoch und 3 Ellen breit. Die Inschrift aus dem 17. Jahrhunderte auf der Abendseite lautete:// //Anmerkungen: Zu dem St. Georgsbilde bei Zilmsdorf wurde weit und breit her gewallfahrtet; 1615 hat es der Landvogt Graf Promnitz wieder aufrichten lassen und zwar auf Begehren des Kaisers Matthias (bei der Huldigung in Sorau 1611). Um 1710 stand der Stein noch und zeigte gegen Mitternacht in ausgehauener Arbeit den Ritter St. Georg auf einem Pferde und unter ihm den Lindwurm. Der Stein war 7 Ellen hoch und 3 Ellen breit. Die Inschrift aus dem 17. Jahrhunderte auf der Abendseite lautete://
Zeile 23: Zeile 25:
 //Quelle: [[autor:karlhaupt|Karl Haupt]], [[buch:sagenbuch_der_lausitz|Sagenbuch der Lausitz]], Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862// //Quelle: [[autor:karlhaupt|Karl Haupt]], [[buch:sagenbuch_der_lausitz|Sagenbuch der Lausitz]], Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862//
 ---- ----
-{{tag>sagen karlhaupt sagenbuchderlausitz1 niederlausitz zilmsdorf sorben tierdämonen drache forstlausitz denkmal teufelsbanner georg }}+{{tag>sagen karlhaupt sagenbuchderlausitz1 niederlausitz zilmsdorf sorben tierdämonen drache lindwurm forstlausitz denkmal teufelsbanner georg v2}}
sagen/80._der_lindwurm_waka_palowaka.1643900842.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)