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sagen:78._der_alb

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 ====== Der Alb ====== ====== Der Alb ======
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     Mündlich     Mündlich
  
-Wenn junge Mädchen in der Spruce bei [[geo:Guben]] vom [[typ:alp|Alb]] gedrückt werden, so sind sie der Meinung, der Alb, der sie gequält habe, sei ihr Liebster gewesen, den sie verachtet hätten oder dem sie [[typ:untreu]] geworden wären. Junge Männer glauben dementsprechend, daß der Alb, von dem sie geplagt würden, ein Mädchen sei, zu dem sie in Beziehungen gestanden hätten. +Wenn junge Mädchen in der Spruce bei [[geo:Guben]] vom [[wesen:alp|Alb]] gedrückt werden, so sind sie der Meinung, der Alb, der sie gequält habe, sei ihr Liebster gewesen, den sie verachtet hätten oder dem sie untreu geworden wären. Junge Männer glauben dementsprechend, daß der Alb, von dem sie geplagt würden, ein Mädchen sei, zu dem sie in Beziehungen gestanden hätten. 
  
-Um sich vor dem Alb zu schützen, soll man, nachdem man sich ins Bett gelegt hat, mit der großen Zehe((Volkstümlich: Die Sehe)) wackeln (Spruce, Schiegern), ein Strohband unter das Kopfkissen legen (Grötzích?), die Schuhe verkehrt, mit den Spitzen vom Bett abgewandt, hinstellen (allgem.), die Art, die Schneide nach der Wand gerichtet, unters Bett legen (Guben bezw. Lochwitz, Kr. Crossen ), Öl auf den Tisch stellen, das Schlüsselloch zustopfen ([[geo:Strega]]); denn der Alb kommt als Weib durchs Schlüsselloch ([[geo:BärenklauSchenkendöbern|Bärenklau]]), kommt als Teufel ([[geo:Guben]]).+Um sich vor dem Alb zu schützen, soll man, nachdem man sich ins Bett gelegt hat, mit der großen Zehe((Volkstümlich: Die Sehe)) wackeln (Spruce, Schiegern), ein Strohband unter das Kopfkissen legen (Grötzich?), die Schuhe verkehrt, mit den Spitzen vom Bett abgewandt, hinstellen (allgem.), die Art, die Schneide nach der Wand gerichtet, unters Bett legen (Guben bezw. Lochwitz, Kr. Crossen ), Öl auf den Tisch stellen, das Schlüsselloch zustopfen ([[geo:Strega]]); denn der Alb kommt als Weib durchs Schlüsselloch ([[geo:BärenklauSchenkendöbern|Bärenklau]]), kommt als [[wesen:Teufel]] (Guben).
  
 Wenn man den Gedrückten bei seinem Namen ruft, wird er frei ([[geo:Schiegern]]).  Wenn man den Gedrückten bei seinem Namen ruft, wird er frei ([[geo:Schiegern]]). 
  
-Wenn man des Nachts keine Luft bekommt, muß man versuchen, daß man sich auf die Seite legen und vor das [[typ:Bett]] sehen kann, dann steht vor einem ein Mensch; diesem muß man eine Frischbrotschnitte versprechen, alsdann wird er wie ein weißer Nebel und geht zum Schlüsselloch hinaus, durch das er auch hereingekommen ist. Den nädsten Morgen kommt der Mensch, um sich die Schnitte zu holen. Jetzt muß man ihn mit einem Birkenrutenbesen forttreiben, weil er gegen den keine Macht hat; dann geht der Mensch in die Heide die Baumstümpfe drücken (Guben bezw. Lochwitz, Kreis Crossen). +Wenn man des Nachts keine Luft bekommt, muß man versuchen, daß man sich auf die Seite legen und vor das Bett sehen kann, dann steht vor einem ein Mensch; diesem muß man eine Frischbrotschnitte versprechen, alsdann wird er wie ein weißer Nebel und geht zum Schlüsselloch hinaus, durch das er auch hereingekommen ist. Den nädsten Morgen kommt der Mensch, um sich die Schnitte zu holen. Jetzt muß man ihn mit einem Birkenrutenbesen forttreiben, weil er gegen den keine Macht hat; dann geht der Mensch in die Heide die Baumstümpfe drücken (Guben bezw. Lochwitz, Kreis Crossen). 
  
-Ein [[typ:Soldat]], der oft vom Alp gedrückt wurde, zog vor dem Schlafengeben stets sein Seitengewehr aus der Scheide und legte beides in Kreuzform auf das Bett (Guben). +Ein Soldat, der oft vom Alp gedrückt wurde, zog vor dem Schlafengeben stets sein Seitengewehr aus der Scheide und legte beides in Kreuzform auf das Bett (Guben). 
  
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     Mündlich von Frau Hanschke in Oegeln     Mündlich von Frau Hanschke in Oegeln
  
-Ein Mann in [[geo:Oegeln]] wurde des Nachts, wenn er schlief, häufig vom [[typ:alp|Alb]] gedrückt. Es warf sich plötzlich jemand über ihn, und er bekam nun fast keine Luft mehr und mußte beinahe ersticken. Der Mann, welcher schon bei Jahren war, behauptete, daß ein unverheiratetes Mädchen aus dem Dorfe ihn so quäle, deren Namen er sogar nennen könnte. Er wollte das Mädchen, welches ein rotes Schürzenband trug, an diesem Zeichen genau erkannt und deutlich gesehen haben, wie sie die Thür aufklinkte und zu ihm ans [[typ:Bett]] kam. Wenn sie ihn genug geplagt hatte, verschwand sie auch wieder durch die Thür und brach beim Fortgehen noch in ein Lachen aus.  +Ein Mann in [[geo:Oegeln]] wurde des Nachts, wenn er schlief, häufig vom Alb gedrückt. Es warf sich plötzlich jemand über ihn, und er bekam nun fast keine Luft mehr und mußte beinahe ersticken. Der Mann, welcher schon bei Jahren war, behauptete, daß ein unverheiratetes Mädchen aus dem Dorfe ihn so quäle, deren Namen er sogar nennen könnte. Er wollte das Mädchen, welches ein rotes Schürzenband trug, an diesem Zeichen genau erkannt und deutlich gesehen haben, wie sie die Thür aufklinkte und zu ihm ans Bett kam. Wenn sie ihn genug geplagt hatte, verschwand sie auch wieder durch die Thür und brach beim Fortgehen noch in ein Lachen aus.  
  
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 //Quelle: [[buch:volkssagenguben|Niederlausitzer Volkssagen vornehmlich aus dem Stadt- und Landkreis Guben]], gesammelt und zusammengestellt von [[autor:gander|Karl Gander]], Berlin, Deutsche Schriftsteller-Genossenschaft, 1894// //Quelle: [[buch:volkssagenguben|Niederlausitzer Volkssagen vornehmlich aus dem Stadt- und Landkreis Guben]], gesammelt und zusammengestellt von [[autor:gander|Karl Gander]], Berlin, Deutsche Schriftsteller-Genossenschaft, 1894//
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-{{tag>sagen gander volkssagenguben niederlausitz Sprucke Oegeln steinsdorfneuzelle BärenklauSchenkendöbern alp untreu strafe bett frühstück}}+{{tag>sagen gander volkssagenguben niederlausitz Sprucke Oegeln steinsdorfneuzelle BärenklauSchenkendöbern alp untreu strafe bett frühstück v2}}
  
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