sagen:75._die_unheimliche_muehle
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| Mündlich aus Guben | Mündlich aus Guben | ||
| - | In einem Dorfe war eine [[typ:Mühle]]. Der [[typ:Müller]] erhielt keinen | + | In einem Dorfe war eine Mühle. Der Müller erhielt keinen Gesellen mehr; weil schon mehrere ihren Tod in der Mühle gefunden hatten und zwar auf ganz unerklärliche Weise. |
| - | Eines Tages kam ein Geselle zum Müller, der um Arbeit anfragte. Der Müller sagte, er brauche einen Gesellen sehr notwendig; aber er wolle es ihm geradezu sagen, in seiner Mühle sei es nicht recht richtig. Der Geselle war ein dreister Bursche und bat, der Meister möchte ihn nur dabehalten, er würde mit dem [[typ:Spuk]] schon fertig werden. Dem Meister war das eben recht. | + | Eines Tages kam ein Geselle zum Müller, der um Arbeit anfragte. Der Müller sagte, er brauche einen Gesellen sehr notwendig; aber er wolle es ihm geradezu sagen, in seiner Mühle sei es nicht recht richtig. Der Geselle war ein dreister Bursche und bat, der Meister möchte ihn nur dabehalten, er würde mit dem Spuk schon fertig werden. Dem Meister war das eben recht. |
| - | Zur Nacht ging der Geselle auf die Mühle und nahm sich ein [[typ:Schwert]] mit. Und wie die [[zeit:Mitternachtsstunde]] geschlagen hatte, kam eine nasse [[typ:Katze]] durch ein Loch in die Mühle | + | Zur Nacht ging der Geselle auf die Mühle und nahm sich ein Schwert mit. Und wie die Mitternachtsstunde geschlagen hatte, kam eine nasse Katze durch ein Loch in die Mühle |
| - | Da fing die erste Katze an: „Na woll'n w'r, na woll'n w' | + | Da fing die erste Katze an: „Na woll'n w'r, na woll'n w' |
| - | Und als er das Bein aufhob, da war es eine Menschenhand mit einem goldenen | + | Und als er das Bein aufhob, da war es eine Menschenhand mit einem goldenen Ringe auf einem Finger. Er wickelte sie in ein Tuch und eilte am Morgen damit zum Meister und erzählte ihm das Abenteuer, das er bestanden. Dieser zeigte sich sehr erfreut darüber; denn er hoffte, daß dem Spuk nun das Wiederkommen verleidet sein würde. |
| - | Beim Frühstück spricht der Meister zu seinem Gesellen : "Meine Frau ist sehr frank." | + | Beim Frühstück spricht der Meister zu seinem Gesellen : "Meine Frau ist sehr frank." |
| - | Da wickelte der Geselle die abgehauene Hand aus dem Tuche und hielt sie ihr vor. Jetzt fing das Weib an zu zittern wie Espenlaub, ihr Gesicht verzerrte sich und unter Ächzen und Stöhnen bekannte sie, daß sie eine [[typ:Hexe]] und daß sie die Katze gewesen sei. Auch nannte sie noch ihre beiden Genossinnen. Dann starb sie eines schrecklichen Todes. | + | Da wickelte der Geselle die abgehauene Hand aus dem Tuche und hielt sie ihr vor. Jetzt fing das Weib an zu zittern wie Espenlaub, ihr Gesicht verzerrte sich und unter Ächzen und Stöhnen bekannte sie, daß sie eine [[wesen:Hexe]] und daß sie die Katze gewesen sei. Auch nannte sie noch ihre beiden Genossinnen. Dann starb sie eines schrecklichen Todes. |
| - | In der [[typ:Mühle]] ist seitdem nie mehr etwas passiert. | + | In der Mühle ist seitdem nie mehr etwas passiert. |
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