Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:522_der_traum_von_den_goldnen_eiern

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende Überarbeitung
sagen:522_der_traum_von_den_goldnen_eiern [2023/02/26 12:59] – ewuschsagen:522_der_traum_von_den_goldnen_eiern [2023/03/20 08:14] (aktuell) – gelöscht ewusch
Zeile 1: Zeile 1:
-====== Der Traum von den goldnen Eiern ====== 
  
-    Ziehnert Bd. III. S. 190. 
- 
-Als noch dicke Waldung den Bielberg und seine Nachbarn deckte, lebte im Dorfe [[geo:Frohnau]] ein [[typ:Bergmann]], Daniel Knappe, fromm und brav, aber blutarm, denn er hatte sieben Kinder und ein krankes Weib in seiner Hütte. Er wußte seiner Noth kein Ende und war nahe daran, an der göttlichen Hülfe zu verzweifeln. Da im Traume erschien ihm einst ein Engel Gottes und sprach zu ihm: „gehe morgen in den Wald am Fuße des Schreckenberges. Dort ragt eine [[typ:Tanne]] hoch über alle Bäume des Waldes hervor. In ihren Zweigen wirst Du ein Nest mit [[typ:gold|goldnen]] [[typ:ei|Eiern]] finden: dies ist Dein, brauche es wohl!“ 
- 
-Als Knappe am andern Morgen erwachte, erinnerte er sich des Traumes, und ging hinaus in den Wald, das Nest mit den goldnen Eiern auszunehmen. Bald hatte er die [[typ:Tanne]] in der Nähe der [[typ:höhle|Wolfshöhle]] gefunden, und kletterte rasch in ihren Aesten bis in den höchsten Wipfel hinauf, fand aber nichts. Traurig, daß ihn der [[typ:Traum]] getäuscht habe, stieg er wieder hinab und setzte sich auf die Wurzeln des Baumes nieder, um auszuruhen.  
- 
-Er sann hin und her, und dabei fiel ihm ein, daß unter den Zweigen wohl auch die Wurzeln der Tanne verstanden sein könnten. Die Vermuthung ward bald zum festen Glauben, und eilig lief er und holte aus seiner Hütte das Gezäh zum Schürfen. Eifrig begann er den Schurf, und kaum hatte er die Dammerde durchbrochen, als mächtige, nach allen Seiten streichende [[typ:silber|Silbergänge]] ihm entgegen blinkten. Er sank auf seine Kniee und dankte Gott.  
- 
-Bald war die Kunde von dem neuentdeckten Bergreichthume in allen Landen verbreitet und Tausende zogen herzu, um sich in der bisher so wilden Gegend anzusiedeln. Dieß veranlaßte denn auch [[vip:georgderbaertige|Herzog Georg den Bärtigen]], hier eine neue Bergstadt zu gründen. Am 21. September 1496 ward der Grundstein zu dem ersten Hause gelegt, und die neue Stadt Neustadt am Schreckenberge, später aber [[geo:Annaberg]] genannt. 
- 
-Zum Andenken an Daniel Knappe aber heißen noch heute die Bergleute im Allgemeinen die Knappen und ihre Gemeinschaft die Knappschaft.  
- 
-//Quelle: Johann Georg Theodor Grässe: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen. Band 1. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 464; [[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Graesse_Sagenschatz_Sachsens_I_464.jpg&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]// 
----- 
-{{tag>sagen grässe sagenschatzsachsen1 erzgebirge frohnau annaberg 1496 traum tanne gold ei silber erz ursprung georgderbaertige}} 
sagen/522_der_traum_von_den_goldnen_eiern.1677412793.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)