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sagen:5._der_flins

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     Gräve S. 138. Preusker I. 186, II. 59. Ziehnert III. 284.     Gräve S. 138. Preusker I. 186, II. 59. Ziehnert III. 284.
  
-Eine halbe Stunde von [[geo:bautzen|Budissin]] spreeabwärts, wo sich das Thal verengt und graue Granitfelsen mit grünem Gebüsch anmuthig abwechseln, beim Dorfe [[geo:Oehna]] an einem steilen Felsabhange stand einst das Götzenbild des slawischen Todtengottes [[gott:flyns|Flins]], und noch heute nennt das Volk die Stelle „beim Abgott Flins“. Einem Todtengerippe ähnlich, mit einer Fackel oder brennenden Schale in der Hand, auf seiner Schulter ein schrecklicher [[typ:Löwe]], so stand der [[gott:register|Gott]] auf einem steinernen Altare und rings umher in den steinigen Höhlen der Ufer waren die Wohnungen seiner zahlreichen Priester. +Eine halbe Stunde von [[geo:bautzen|Budissin]] spreeabwärts, wo sich das Thal verengt und graue Granitfelsen mit grünem Gebüsch anmuthig abwechseln, beim Dorfe [[geo:Oehna]] an einem steilen Felsabhange stand einst das Götzenbild des slawischen Todtengottes [[gott:flyns|Flins]], und noch heute nennt das Volk die Stelle „beim Abgott Flins“. Einem Todtengerippe ähnlich, mit einer Fackel oder brennenden Schale in der Hand, auf seiner Schulter ein schrecklicher Löwe, so stand der [[gott:register|Gott]] auf einem steinernen Altare und rings umher in den steinigen Höhlen der Ufer waren die Wohnungen seiner zahlreichen Priester. 
  
 Wenn aber der Löwe brüllte oder die Feuergarbe brannte, dann strömten von allen Seiten die Götzendiener herbei und brachten blutige Menschenopfer dem Gotte des Todes. Wer große Vergehen abzubüßen hatte, der mußte von hier aus bis zum [[region:czorneboh|Tschernebog]] auf den Knieen rutschen. Als aber die Deutschen in das Land brachen und mit Feuer und Schwert Christum predigten, da fielen alle Götzenbilder und auch der Flins wurde von dem Felsen herab gestürzt in die Fluthen der [[region:Spree]]. Dort liegt er noch, und wenn das Wasser recht hell und ruhig ist kann man ihn sehen sammt seinem Löwen auf dem Grunde der Fluth. Das Wasser aber geht unter dem Felsen weg in große Höhlen und Schluchten, wo unermeßliche Schätze liegen, und schon Mancher hat danach zu tauchen versucht, doch allezeit ohne Erfolg. Wenn aber der Löwe brüllte oder die Feuergarbe brannte, dann strömten von allen Seiten die Götzendiener herbei und brachten blutige Menschenopfer dem Gotte des Todes. Wer große Vergehen abzubüßen hatte, der mußte von hier aus bis zum [[region:czorneboh|Tschernebog]] auf den Knieen rutschen. Als aber die Deutschen in das Land brachen und mit Feuer und Schwert Christum predigten, da fielen alle Götzenbilder und auch der Flins wurde von dem Felsen herab gestürzt in die Fluthen der [[region:Spree]]. Dort liegt er noch, und wenn das Wasser recht hell und ruhig ist kann man ihn sehen sammt seinem Löwen auf dem Grunde der Fluth. Das Wasser aber geht unter dem Felsen weg in große Höhlen und Schluchten, wo unermeßliche Schätze liegen, und schon Mancher hat danach zu tauchen versucht, doch allezeit ohne Erfolg.
sagen/5._der_flins.1707214797.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)