Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:43._die_ludki

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
sagen:43._die_ludki [2022/12/08 08:43] ewuschsagen:43._die_ludki [2025/01/30 17:46] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1
Zeile 1: Zeile 1:
-[[sagen:a|<<< vorherige Sage]] | [[capitel:hauptdaemonensagen|Zweite Abtheilung: Dämonensagen]] | [[sagen:a|nächste Sage >>>]]+[[sagen:42._die_heinchen|<<< vorherige Sage]] | **[[capitel:hauptdaemonensagen|Zweite Abtheilung: Dämonensagen]]** | [[sagen:44._die_wassernixen_der_wassermann_und_seine_frau|nächste Sage >>>]]
  
 ====== Die Ludki ====== ====== Die Ludki ======
Zeile 10: Zeile 10:
     K. Haupt, l. c. No. 12.      K. Haupt, l. c. No. 12. 
  
-Die [[typ:Ludki]] (d. h. kleine Leute) sind die [[typ:zwerg|Zwerge]] der [[volk:sorben|Wenden]]. Sie wohnen ebenfalls in Hügeln, und zwar da, wo sich Urnen vorfinden. Solche Hügel heißen dann in der Niederlausitz Ludkowa gora, Ludkenberg, oder Ludkowa gorka, Ludkenhügel. Sie sind gutmüthig und müssen schwer gereizt werden, ehe sie den Menschen einen [[typ:streich|Possen]] thun. Sie borgten gern von den Menschen allerlei Hausrath und legten gewöhnlich bei der Zurückgabe ein Geschenk hinein. Wenn einer ein Butterfaß borgte, so pflegte er, weil er doch so klein war, hinein zu kriechen und sich darin fort zu kollern. Was sie sonst zu zweien transportirten, das trugen sie nicht neben einander, sondern hinter einander gehend. +Die [[wesen:Ludki]] (d. h. kleine Leute) sind die [[wesen:zwerg|Zwerge]] der [[volk:sorben|Wenden]]. Sie wohnen ebenfalls in Hügeln, und zwar da, wo sich Urnen vorfinden. Solche Hügel heißen dann in der Niederlausitz Ludkowa gora, Ludkenberg, oder Ludkowa gorka, Ludkenhügel. Sie sind gutmüthig und müssen schwer gereizt werden, ehe sie den Menschen einen Possen thun. Sie borgten gern von den Menschen allerlei Hausrath und legten gewöhnlich bei der Zurückgabe ein Geschenk hinein. Wenn einer ein Butterfaß borgte, so pflegte er, weil er doch so klein war, hinein zu kriechen und sich darin fort zu kollern. Was sie sonst zu zweien transportirten, das trugen sie nicht neben einander, sondern hinter einander gehend. 
  
-Sie waren auch Spielleute und spielten eine Art Hackebrett oder Cymbal mit Tangenten. Daher besuchten sie als [[typ:musikant|Musikanten]] und manchmal auch als Tänzer und Tänzerinnen die Freudenfeste der Menschen und brachten dann fast immer Geschenke mit. Ihr Lieblingsvergnügen war aber, in dem Hause eines Menschen bei Nachtzeit ein Gastmahl zu feiern. Wer sie zu belauschen das Glück hatte, sah sie dann durch unterirdische Gänge und Mäuselöcher zum Vorschein kommen. +Sie waren auch Spielleute und spielten eine Art Hackebrett oder Cymbal mit Tangenten. Daher besuchten sie als Musikanten und manchmal auch als Tänzer und Tänzerinnen die Freudenfeste der Menschen und brachten dann fast immer Geschenke mit. Ihr Lieblingsvergnügen war aber, in dem Hause eines Menschen bei Nachtzeit ein Gastmahl zu feiern. Wer sie zu belauschen das Glück hatte, sah sie dann durch unterirdische Gänge und Mäuselöcher zum Vorschein kommen. 
  
-Beleidigen durfte man sie alsdann nicht, wenn man sein häusliches Glück lieb hatte. Seit die [[typ:glocke|Glocken]] eingeführt sind, sind auch die Ludki allmählich verschwunden. Sie konnten den harten Schall nicht vertragen. Eine der ersten Glocken ist die in [[geo:großbuckow|Groß-Buckau]] gewesen. Dort sind alle Ludki zusammen gekommen, haben einen großen [[typ:Stein]] aus der Erde gegraben und die Glocke zerschlagen wollen. Aber sie strengten sich zu sehr an und starben. Daher kommt's, daß es jetzt keine mehr giebt. Der ausgegrabene Stein hat dort lange vor den Fenstern eines Bauern gelegen und ist erst vor einigen Jahren beim Bauen abhanden gekommen. +Beleidigen durfte man sie alsdann nicht, wenn man sein häusliches Glück lieb hatte. Seit die Glocken eingeführt sind, sind auch die Ludki allmählich verschwunden. Sie konnten den harten Schall nicht vertragen. Eine der ersten Glocken ist die in [[geo:großbuckow|Groß-Buckau]] gewesen. Dort sind alle Ludki zusammen gekommen, haben einen großen Stein aus der Erde gegraben und die Glocke zerschlagen wollen. Aber sie strengten sich zu sehr an und starben. Daher kommt's, daß es jetzt keine mehr giebt. Der ausgegrabene Stein hat dort lange vor den Fenstern eines Bauern gelegen und ist erst vor einigen Jahren beim Bauen abhanden gekommen. 
  
 Von [[geo:Großkoschen]] geht die Sage, daß die Ludki noch in neuerer Zeit die dasigen Sorbeneinwohner heimlich und zur Nachtzeit besucht und mit ihnen geheimnißvollen Verkehr gehabt haben. Von [[geo:Großkoschen]] geht die Sage, daß die Ludki noch in neuerer Zeit die dasigen Sorbeneinwohner heimlich und zur Nachtzeit besucht und mit ihnen geheimnißvollen Verkehr gehabt haben.
Zeile 25: Zeile 25:
 //Quelle: [[autor:karlhaupt|Karl Haupt]], [[buch:sagenbuch_der_lausitz|Sagenbuch der Lausitz]], Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862// //Quelle: [[autor:karlhaupt|Karl Haupt]], [[buch:sagenbuch_der_lausitz|Sagenbuch der Lausitz]], Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862//
 ---- ----
-{{tag>sagen karlhaupt sagenbuchderlausitz1 oberlausitz niederlausitz dämonensagen ludki grossbuckow grosskoschen tanz musikant glocke}}+{{tag>sagen karlhaupt sagenbuchderlausitz1 oberlausitz niederlausitz dämonensagen ludki grossbuckow grosskoschen tanz musikant glocke v2}}
sagen/43._die_ludki.1670485406.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)