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-====== Das Mönchskalb zu Freiberg ====== 
  
-    Moller Bd. II. S. 179.  
-    cf. Bd. I. S. 213. 
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-Den 29. Juni 1523 ist zu [[geo:Freiberg]] im öffentlichen Kuttelhofe in einer geschlachteten [[typ:Kuh]], so einem Bauer zu Klein-Waltersdorf zugehörte, das sogenannte Mönchskalb gefunden worden. Dieses [[typ:Kalb]] hat einen runden ungestalteten Kopf gehabt und oben darauf eine Platte wie ein Pfaffe, sammt zwei großen Warzen wie kleine Hörner: mit dem Untermaule ist es einem Menschen, mit dem obern und der Nase einem Kalbe gleich, sonst aber ganz glatt am Leibe gewesen, es hat die Zunge lang aus dem Munde herausgestreckt; die Haut am Halse und Rücken herunter hat wie eine gewundene Mönchskutte ausgesehen, an den Seiten aber vorn und an den Beinen ist es voller Ritze und Schnitte gewesen, als wenn die Kutte zerhauen oder zerschnitten wäre.  
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-Solches Ungeheuer ist von [[vip:martinluther|Dr. M. Luther]] in seinen Schriften (Bd. IX. d. Witt. A. f. 187), wo es auch abgebildet wird, neben der Beschreibung des Papstesels((S. Deuttung der zwo grevlichen Figuren Bapstesels zu Rom und Munchkalbs zu [[geo:freiberg|Freyberg]] jn [[region:landmeissen|Meyssen]] funden (durch Dr. M. Lutherum). Wittenb. 1523. 4. Der Papstesel, ein Monstrum mit einem Eselskopfe, mit einem weiblichen, mit Schuppen bedeckten Leibe, mit Ochsenfuß und Vogelklauen, statt der rechten Hand einen Eselsfuß, mit der Unterschrift: Monstrum Romae inventum mortuum in Tiberi Anno 1496, bildet auch Bl. 1. des Cranach’schen Holzschnittwerkes: das Papstthum von 1545 (beschr. im Allg. Lit. Anz. Bd. IV. S. 94 sq. Serapeum 1841 S. 33. sq. Chr. Schuchardt, L. Cranach und seine Werke. Leipzig 1851. Bd. II. S. 248. sq.) Der Papstesel, das Mönchskalb und der Säupfaffe sind abgebildet bei Lycosthenes, Wunderwerk S. CCCCLX. u. CCCCLXXIII. S. a. Seidemann, Beitr. z. Reform.-Gesch. Bd. I. p. 200. sq.)), den man 1496 zu Rom gefangen, gedeutet worden, Melanchthon aber (Epist. ad Camerarium p. 22) meinte, daß durch dieses Kalb die Verderbniß der lutherischen Lehre in fleischliche und verderbliche Meinungen, wie sie zu selbiger Zeit im Schwunge gewesen, angezeigt worden, inmaßen auch bald hierauf ein [[typ:Schwein]] zu Halle in den [[zeit:ostern|Osterfeiertagen]] ein Ferklein geworfen, welches einem Pfaffen in Gestalt des damaligen Habits ganz ähnlich gesehen.  
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-Es hat aber gedachtes Mönchskalb die Autorität der Geistlichen, so dem Papste zugethan gewesen, sehr verringert, also daß auch die Bergleute ein besonderes schimpfliches Lied davon gedichtet und dasselbe den [[typ:mönch|Mönchen]] und Pfaffen zu Spott und Hohn lange Zeit allhier gesungen mit Bezug darauf, daß der [[typ:metzger|Fleischer]] mit Vorbedacht und Willen das Fleisch von der [[typ:Kuh]], in welcher man das besagte Mönchskalb gefunden, Niemandem als den Canonicis, Mönchen und andern Geistlichen gelassen und solche dasselbe unbewußt verzehrt haben. 
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-//Quelle: Johann Georg Theodor Grässe: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen. Band 1. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 226; [[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Graesse_Sagenschatz_Sachsens_I_257.jpg&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]// 
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-{{tag>sagen grässe sagenschatzsachsen1 moller freiberg martinluther fleischer kalb kuh mönch spott pfaffen 1523}} 
sagen/279_das_moenchskalb_zu_freiberg.1641916508.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)