sagen:27._das_zwerggeschenk_der_ahnfrau
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| Büsching I. 97. | Büsching I. 97. | ||
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| - | Die Wöchnerin, äußerst neugierig auf diese Gesellschaft, | + | Die Wöchnerin, äußerst neugierig auf diese Gesellschaft, |
| - | Wie ein Donnerschlag tönt dies den kleinen Gästen in die Ohren; so schnell als möglich nimmt jeder die [[typ:Flucht]]. Alles was von Sachen da war, ward eiligst hinweggeschafft, | + | Wie ein Donnerschlag tönt dies den kleinen Gästen in die Ohren; so schnell als möglich nimmt jeder die Flucht. Alles was von Sachen da war, ward eiligst hinweggeschafft, |
| - | Die ganze Stube war nun wieder leer und einsam, nur jenes kleine Wesen, das allem Ansehen nach die Stelle eines Ceremonienmeisters bekleidete, war noch zu sehen; es kam wieder auf die Wöchnerin zu, erzählte ihr, daß der plötzliche Tod der Ahnfrau ihres Stammes sie in [[typ:Schreck]] und große Betrübniß versetzt habe, und daß sie nun sehr unglücklich werden könnten; es bedankte sich übrigens höflich für die ertheilte Erlaubniß des Zutritts in die Wochenstube, | + | Die ganze Stube war nun wieder leer und einsam, nur jenes kleine Wesen, das allem Ansehen nach die Stelle eines Ceremonienmeisters bekleidete, war noch zu sehen; es kam wieder auf die Wöchnerin zu, erzählte ihr, daß der plötzliche Tod der Ahnfrau ihres Stammes sie in Schreck und große Betrübniß versetzt habe, und daß sie nun sehr unglücklich werden könnten; es bedankte sich übrigens höflich für die ertheilte Erlaubniß des Zutritts in die Wochenstube, |
| - | Diese drei Dinge, sagte das Männchen, seien von großer Wichtigkeit; | + | Diese drei Dinge, sagte das Männchen, seien von großer Wichtigkeit; |
| - | Der Wöchnerin war es, als ob sie aus einem [[typ: | + | Der Wöchnerin war es, als ob sie aus einem Traume erwache, und sie würde auch wirklich Alles für Traum gehalten haben, wenn nicht die drei Geschenke ihr so in die Augen geglänzt hätten. |
| Es ward nun die ganze Sippschaft, der ein so günstiger Glücksstern aufgegangen war, zusammen berufen, ihr der ganze Vorfall vorgetragen und endlich gemeinschaftlich berathschlagt, | Es ward nun die ganze Sippschaft, der ein so günstiger Glücksstern aufgegangen war, zusammen berufen, ihr der ganze Vorfall vorgetragen und endlich gemeinschaftlich berathschlagt, | ||
| - | Einem gefaßten Entschlusse zufolge ward nunmehr ein fester steinerner | + | Einem gefaßten Entschlusse zufolge ward nunmehr ein fester steinerner Thurm erbauet und der silberne Becher und das Waizenbrödchen tief in seinem Innersten verwahrt, so daß Niemand im Stande war, diese heilbringenden Gaben dem Stamme zu entwenden. Den Ring aber trug die, der er geschenkt worden war, unablässig an ihrer Hand. Nach ihrem Tode erbte er als ein Altentheil, der Vorschrift gemäß, von Glied zu Glied fort, und das Geschlecht war seit dem Besitze dieser Zaubergaben immer größer, reicher und angesehener geworden. Aber, wie es oft geschieht, daß man das Glück, das man schon an den Fittigen hält, sich dennoch wieder entwischen läßt, so ging es auch hier. Es war einst eine Besitzerin dieses Ringes so unvorsichtig, |
| - | Trostlos brach die Familie in heiße Klagen aus und fürchtete nun den [[typ:Zorn]] jener Wesen, deren Huld sie sich bisher zu erfreuen gehabt hatte, er fahren zu müssen. Und dies nicht ohne Ursache, denn – ein heftiges Ungewitter erhob sich bald über jenem alten Thurme, der als Trutz- und Schutzwehr dieser Geschenke, gleichsam der Stammhalter des ganzen Geschlechts gewesen war, spaltete ihn mit einem furchtbaren Blitz und Gekrach von oben bis unten und verschlang in einem Nu die verehrten Heiligthümer. | + | Trostlos brach die Familie in heiße Klagen aus und fürchtete nun den Zorn jener Wesen, deren Huld sie sich bisher zu erfreuen gehabt hatte, er fahren zu müssen. Und dies nicht ohne Ursache, denn – ein heftiges Ungewitter erhob sich bald über jenem alten Thurme, der als Trutz- und Schutzwehr dieser Geschenke, gleichsam der Stammhalter des ganzen Geschlechts gewesen war, spaltete ihn mit einem furchtbaren Blitz und Gekrach von oben bis unten und verschlang in einem Nu die verehrten Heiligthümer. |
| Die Verheißung des Ueberbringers jener Geschenke traf leider wörtlich ein; denn so sehr dieses Geschlecht während des ungestörten Besitzes jener Geschenke von einem glücklichen Schicksale begünstigt gewesen war, so verlassen war es von demselben, als der Besitz derselben ihm verloren ging; denn sowohl seine Größe als sein Wohlstand verminderte sich von nun an zusehends. | Die Verheißung des Ueberbringers jener Geschenke traf leider wörtlich ein; denn so sehr dieses Geschlecht während des ungestörten Besitzes jener Geschenke von einem glücklichen Schicksale begünstigt gewesen war, so verlassen war es von demselben, als der Besitz derselben ihm verloren ging; denn sowohl seine Größe als sein Wohlstand verminderte sich von nun an zusehends. | ||
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