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sagen:238_die_wueste_muehle_im_trebnitzgrunde

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-====== Die wüste Mühle im Trebnitzgrunde (Grässe) ====== 
  
-    Poetisch beh. b. Ziehnert, Bd. III. S. 49. sq. 
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-In das in der Nähe von [[geo:Lauenstein]] liegende Dorf [[geo:Dittersdorfglashütte|Dittersdorf]] ist auch das Dörfchen [[geo:Neudörfelglashütte|Neudörfel]] eingepfarrt, welches früher nur ein einziges Vorwerk war, zu dem der ohnweit davon im Grunde gelegene Eisenhammer, jetzt die [[typ:mühle|Herrenmühle]], gehörte. Beide Grundstücke waren vor langen Jahren im Besitz eines gewissen Pessel, der ein zwar reicher, aber ebenso habsüchtiger Mann war, dem alle Mittel recht waren, wenn sie nur zur Vergrößerung seines Mammons dienten. Einst ging derselbe in der Liebenauer Kirche, wohin das Vorwerk früher gepfarrt war, zur Communion, und sah, wie der Lauensteiner Schösser ein funkelnagelneues Goldstück als Opferpfennig auf den Altar legte. Da gab ihm der [[typ:Teufel]] den bösen Gedanken ein, sich dieses Goldstückes zu bemächtigen, er wartete also, bis alle übrigen Communicanten an den [[typ:Altar]] getreten waren, und als er nun als der letzte herzutrat, um die Hostie zu empfangen, stahl er mit gewandter Hand dasselbe vom Altar herab.  
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-Der Geistliche hatte jedoch den [[typ:Frevel]] bemerkt, und als nun Pessel auf der andern Seite des Altars den [[typ:Kelch]] empfangen sollte, zog jener ihn zurück, verkündete öffentlich seine Schandthat und [[typ:fluch|verfluchte]] ihn. Pessel wankte nach Hause, allein der [[typ:Schreck]] und die Reue warfen ihn aufs Krankenbett, von dem er nicht wieder aufstand. Als nun aber einige Tage darauf in früher Morgenstunde ihn seine Hammerknechte nach Liebenau zu [[typ:grab|Grabe]] trugen, überraschte sie beim Eingange des Trebnitzgrundes ein plötzliches Donnerwetter, sie stellten den [[typ:Sarg]] am Rande einer Wiese hin und flüchteten in die im Grunde gelegene Mühle. Nachdem nach einem furchtbaren Donnerschlage das [[typ:Gewitter]] sich verzogen hatte und sie aus der [[typ:Mühle]] heraustraten, um den [[typ:leichenzug|Leichenconduct]] wieder fortzusetzen, war der Sarg spurlos verschwunden und man glaubte, daß der [[typ:Teufel]] denselben samt dem Inhalte entführt habe. Seit dieser Zeit aber erblickt man jede Mitternacht den Schatten des alten Pessels, der nach der Mühle zu herumirrt und mit schaurigem Geheul seine Leichenträger sucht und sie bittet, ihn doch zur Ruhe zu bringen.  
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-Durch diesen [[typ:Spuk]] kam aber auch die Mühle selbst sehr bald in Verruf, Niemand wollte mehr dort mahlen lassen und noch weniger hatte Jemand in ihr Ruhe, woher es kam, daß sie bald von ihren Bewohnern verlassen ward und als [[typ:Ruine]] für ewige Zeiten von dieser schauerlichen Geschichte Kunde giebt.  
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-//Quelle: Johann Georg Theodor Grässe: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen. Band 1. Schönfeld, Dresden 1874,  [[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Graesse_Sagenschatz_Sachsens_I_213.jpg&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]// 
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sagen/238_die_wueste_muehle_im_trebnitzgrunde.1667568781.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)