maerchen:hansmaerchen11
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| + | ====== Zwei Äpfel und drei Federn des Greif ====== | ||
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| + | Gross-Döbern | ||
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| + | Es war einmal ein König, der hatte drei Söhne; der jüngste von diesen hiess Hans, er wurde aber stets, weil er für dumm galt, der dumme Hans genannt. Nun begab es sich, dass der König krank wurde. So viel Mittel er auch anwandte, um gesund zu werden, nichts half. Da hörte er, dass er durch drei Federn vom Vogel Greif und zwei Aepfel aus dessen Garten genesen könne. Sobald er dies gehört hatte, wollte er einen von seinen Söhnen aussenden, welcher ihm die drei Federn und zwei Aepfel holen sollte. Der dumme Hans erbot sich sofort dazu, aber die beiden ältesten Brüder verlachten und verspotteten ihn, dass er sich an solch eine Aufgabe machen wolle. An seiner Stelle zog der älteste der Brüder aus. Als er unterwegs durch einen Wald ritt, kam er an eine Schenke in welcher er einkehrte. Dort fand er lustige Gesellschaft; | ||
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| + | Als er nicht wiederkehrte, | ||
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| + | Bald kam er in eine andere Stadt, und auch hier fand er Alles voll Trauer. Auf sein Befragen erzählte man ihm, dass ein Apfelbaum, der sonst für die ganze Stadt Früchte gebracht habe, keinen Apfel mehr trage. Als man erfuhr, wohin er wolle, bat man ihn, bei dem Vogel Greif sich nach der Ursache zu erkundigen. Darauf zog der dumme Hans weiter. | ||
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| + | Endlich kam er an ein schwarzes Wasser. Hier stand ein Knabe, welcher mit einem schwarzen Mantel bekleidet war. Dieser setzte ihn in einem Kahne über das Wasser, und als er erfuhr, wohin Hans wolle, bat er ihn, er mochte den Vogel Greif fragen, wodurch er von seiner Aufgabe, Jeden, der komme, über den Strom setzen zu müssen, erlöst werden könne. | ||
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| + | Nach einiger Zeit gelangte Hans glücklich in die Burg des Greifen. Hier traf er eine schöne Frau: das war die Gemahlin des Vogels, welche er wegen ihrer Schönheit geraubt hatte. Hans sagte ihr den Grund, weshalb er gekommen sei; er vergass auch nicht zu sagen, sie möchte sich doch erkundigen, weshalb der Brunnen kein Wasser und der Baum keine Aepfel mehr gäbe, und wann der Knabe am Wasser erlöst werden könne. Die Frau sagte ihm, sie wolle Alles ausrichten. Ihr Mann werde bald nach Hause kommen; wenn er in seiner Burg einen Menschen sähe, so würde er ihn sicher auffressen, deswegen solle er sich im Kamin versteckt halten. Hans kroch sogleich in den Kamin; es währte auch nicht lange, so kam der Greif. „Ich rieche Menschenfleisch, | ||
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| + | Bei der zweiten Feder, welche die Frau ihm ausriss, fragte sie ihn, weshalb der Apfelbaum keine Früchte träge. „Ein Mädchen hat ihr Kind getödtet und unter den Wurzeln des Baumes vergraben; wenn das Kind wieder ausgegraben wird, so wird der Baum wieder Früchte tragen.“ Nachdem der Greif das gesagt hatte, schlief er wieder ein. | ||
| + | Bei der dritten Feder fragte ihn die Frau, wie der Knabe erlost werden könnte, welcher die Leute über das schwarze Wasser setzen müsse, und erhielt zur Antwort: „Der Knabe muss dem, welcher sich dem Ufer nähert, seinen schwarzen Mantel umwerfen.“ | ||
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| + | Hans hatte sich hinter dem Kamin Alles aufgeschrieben. Nun, da er Bescheid wusste, ging er in den Garten und pflückte zwei Aepfel, nachdem er von der Frau des Greifen die drei Federn erhalten hatte. | ||
| + | Als er aus dem Garten in die Burg zurückkehrte, | ||
| + | Auf seinem Heimwege kam er zuerst an das schwarze Wasser. Der Knabe rief ihm schon von weitem zu, wie er erlöst werden könnte. Hans aber liess sich über den Fluss setzen und erst dann, nachdem er eine kleine Strecke fortgeritten war, rief er dem Knaben zu, was er thun müsse, wenn er erlöst werden wolle. Der Knabe lief ihm sogleich nach und suchte dem Hans den Mantel umzuwerfen, allein dieser spornte sein Pferd an und entkam glücklich. In den beiden Städten verkündete er, was ihm der Vogel Greif gesagt hatte: man wollte ihn dafür auf das Reichste belohnen, er aber nahm kein Geld. Endlich kam er an die Waldschenke. Jetzt kehrte er ein und fand daselbst seine Brüder. Er löste sie aus und machte sich mit ihnen auf den Heimweg, nachdem er ihnen erzählt hatte, dass er die drei Federn und zwei Aepfel geholt habe. | ||
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| + | Nachdem alle drei Brüder eine Strecke des Weges zurückgelegt hatten, wurde Hans von Müdigkeit überwältigt; | ||
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| + | Hans irrte im Walde umher. Da hörte er einen Adler sagen, er solle sich mit dem Wasser des Quells, zu welchem er gelangen werde, die Augen waschen, dann werde er wieder sehend werden. Nach einiger Zeit kam Hans auch wirklich an einen Quell. Er wusch sich mit dem Wasser desselben die Augen und ward sogleich wieder sehend. Darauf machte er sich auf den Weg und kam glücklich zu Hause an. Hier erzählte er, dass er es sei welcher die drei Federn und zwei Aepfel geholt habe; man lachte ihn aber aus und achtete seiner nicht weiter. | ||
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| + | Das schöne Mädchen; welches Hans lieb gehabt hatte, gebar indess einen Sohn. Als derselbe fünf Jahr alt geworden war, spielte er eines Tages in dem Zimmer seiner Mutter. Da fand er zufällig das Blatt, welches Hans zurückgelassen hatte und auf welchem sein Name stand. Das brachte er seiner Mutter. Sobald diese das Blatt gelesen hatte, machte sie sich auf den Weg, um ihren Gatten aufzusuchen. Drei Meilen vor der Königsstadt machte sie Halt. Sie befahl, dass der Weg, welcher zu ihrem Zelte führte, mit Purpur belegt werde, dann liess sie yerkündigen, | ||
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| + | Darauf wurde eine grosse Hochzeit gefeiert und dann ist Hans mit der Prinzessin, seiner Gemahlin, in ihr Land gezogen, und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute. Gross-Döbern | ||
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