maerchen:deutschemaerchenundsagen029
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| + | ====== Herr Halewein ====== | ||
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| + | Es war einmal ein Herr, hieß Herr Halewein, der sang also lieblich und fein, dass jedermann davon bezaubert war und bei ihm sein wollte. Nun war da auch eine schöne Königstochter, | ||
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| + | Sprach der König: »Nein, mein Töchterlein, | ||
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| + | Da ging sie vor ihre Frau Mutter und sprach: »Frau Mutter, lass mich zu Herrn Halewein gehen.« | ||
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| + | Sprach die Mutter: »Nein, mein Töchterlein; | ||
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| + | Da blieb sie vor ihre Schwester stehen: »Schwester, | ||
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| + | Sprach die Schwester: »Nein, wer zu dem geht, der kehrt nicht um. Von den Mädchen, die zu ihm gingen, hat keiner mehr was gehört.« | ||
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| + | Da ging sie zuletzt zu ihren Herrn Bruder. »Bruder, lass mich zu Herrn Halewein gehen.« | ||
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| + | Sprach der Bruder: »Wohin du gehst, das schiert mich nicht, wenn du deine Ehre nur rein behältst.« | ||
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| + | Da ging sie in ihr Kämmerlein, | ||
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| + | Der sprach: »Willkommen, | ||
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| + | Da ritten sie selbander fort, sprachen manch Liebeswort, bis sie kamen auf ein Galgenfeld. Ach, da hing so manch schöne Magd! Ach, da wurde es der Königstochter so schwer ums Herz! | ||
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| + | Da sprach Herr Halewein: »Weil du ein so schön Mägdlein bist, so wähle, ob du willst gehängt sein, oder ob ich dir dein schönes Haupt mit dem Schwert abschlagen soll.« | ||
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| + | Sprach die Königstochter: | ||
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| + | Da wollte Herr Halewein seinen Rock abwerfen, doch hatte er kaum einen Ärmel aus, da lag ihm sein Haupt schon zu Füßen. | ||
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| + | Da sprach das Haupt: »Neben dem Galgengrab, da steht ein Salbentöpfchen, | ||
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| + | »Nein«, sprach sie, »du sollst sterben.« Sie tat es nicht und da starb er in derselben Stunde. | ||
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| + | Das Haupt aber nahm sie, schwang sich wieder auf ihr Ross und ließ Herrn Halewein liegen in seinem roten Blut. Als sie zur Hälfte des Weges kam, da begegnete ihr Herrn Haleweins Vater. | ||
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| + | Der fragte: »Wie steht es um Herrn Halewein?« | ||
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| + | Sie sprach: »Der sitzt dort im grünen Feld und spielt mit sechzehn Mägdelein.« | ||
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| + | Ein wenig weiter kam sein Bruder des Wegs und fragte: »Wie steht es um Herrn Halewein?« | ||
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| + | Sie sprach: »Der hat mir seine Kunst erklärt, ich ließ ihn mit sechzehn Jungfrauen allein.« | ||
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| + | Und abermals ein wenig weiter, kam seine Schwester gegangen und fragte: »Wie steht es um meinen Bruder wert?« | ||
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| + | Sie sprach: »Euer Bruder ist ein mächtiger Held, ich habe ihn mit sechzehn Jungfrauen gleichgestellt.« | ||
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| + | Und noch ein wenig weiter kam ihr Herrn Haleweins Mutter entgegen, die fragte: »Wie steht es um meinen lieben Sohn?« | ||
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| + | Sie sprach: »Euren Sohn habe ich seines Lebens beraubt, in meinem Schoß trage ich sein Haupt.« | ||
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| + | Da weinte die Mutter und rief: »Hättest du eher gesprochen das Wort, wir ständen hier nicht zusammen.« | ||
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| + | »Acht dich nur glücklich, hässliches Weib, dass du deinen Leib behalten magst!« | ||
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| + | Da ritt sie weiter hin bis auf des Königs Schloss und da wurde sie mit Freude und Jubel empfangen. Ein jeder pries sie um ihrer Heldentat willen. | ||
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