maerchen:das_waldhaus
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| + | ====== Das Waldhaus ====== | ||
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| + | Ein armer Holzhauer lebte mit seiner Frau und drei Töchtern in einer kleinen Hütte an dem Rande eines einsamen Waldes. Eines Morgens, als er wieder an seine Arbeit wollte, sagte er zu seiner Frau, 'laß mir mein Mittagsbrot von dem ältesten Mädchen hinaus in den Wald bringen, ich werde sonst nicht fertig. Und damit es sich nicht verirrt,' | ||
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| + | Die Bäume rauschten in der Dunkelheit, die Eulen schnarrten, und es fieng an ihm angst zu werden. Da erblickte es in der Ferne ein Licht, das zwischen den Bäumen blinkte. 'Dort sollten wohl Leute wohnen,' | ||
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| + | schön Hähnchen, | ||
| + | und du schöne bunte Kuh, | ||
| + | was sagst du dazu?' | ||
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| + | 'du hast mit ihm gegessen, | ||
| + | du hast mit ihm getrunken, | ||
| + | du hast an uns gar nicht gedacht, | ||
| + | nun sieh auch wo du bleibst die Nacht.' | ||
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| + | Da sprach der Alte 'steig nur die Treppe hinauf, so wirst du eine Kammer mit zwei Betten finden, schüttle sie auf und decke sie mit weißem Linnen, so will ich auch kommen und mich schlafen legen.' | ||
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| + | Der Holzhauer kam am späten Abend nach Haus und machte seiner Frau Vorwürfe, daß sie ihn den ganzen Tag habe hunger lassen. 'Ich habe keine Schuld' | ||
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| + | schön Hähnchen, | ||
| + | und du schöne bunte Kuh, | ||
| + | was sagst du dazu?' | ||
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| + | Die Tiere antworteten abermals ' | ||
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| + | 'du hast mit ihm gegessen, | ||
| + | du hast mit ihm getrunken, | ||
| + | du hast an uns gar nicht gedacht, | ||
| + | nun sieh auch wo du bleibst die Nacht.' | ||
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| + | Als es eingeschlafen war, kam der Alte, betrachtete es mit Kopfschütteln und ließ es in den Keller hinab. | ||
| + | Am dritten Morgen sprach der Holzhacker zu seiner Frau ' | ||
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| + | schön Hähnchen, | ||
| + | und du schöne bunte Kuh, | ||
| + | was sagst du dazu?' | ||
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| + | Dann trug es einen Eimer voll Wasser herein, und Hühnchen und Hähnchen sprangen auf den Rand, steckten den Schnabel hinein und hielten den Kopf dann in die Höhe wie die Vögel trinken, und die bunte Kuh that auch einen herzhaften Zug. Als die Thiere gefüttert waren, setzte sich das Mädchen zu dem Alten an den Tisch und aß was er ihm übrig gelassen hatte. Nicht lange so fieng Hühnchen und Hähnchen an das Köpfchen zwischen die Flügel zu stecken, und die bunte Kuh blinzelte mit den Augen. Da sprach das Mädchen ' | ||
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| + | schön Hühnchen, | ||
| + | schön Hähnchen, | ||
| + | und du schöne bunte Kuh, | ||
| + | was sagst du dazu?' | ||
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| + | Die Tiere antworteten 'duks, du hast mit uns gegessen, du hast mit uns getrunken, du hast uns alle wohl bedacht, wir wünschen dir eine gute Nacht.' | ||
| + | Es schlief ruhig bis Mitternacht, | ||
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| + | Das Mädchen glaubte es wäre ein Traum, aber es traten drei reichgekleidete Diener herein und fragten was es zu befehlen hätte. 'Geht nur,' antwortete das Mädchen, 'ich will gleich aufstehen und dem Alten eine Suppe kochen und dann auch schön Hühnchen, schön Hähnchen und die schöne bunte Kuh füttern.' | ||
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| + | //Jacob Grimm (1785-1863) und Wilhelm Grimm (1786-1859)// | ||
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| + | //Quelle: Kinder- und Hausmärchen, | ||
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