maerchen:das_eselein
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| + | ====== Das Eselein ====== | ||
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| + | Es lebte einmal ein König und eine Königin, die waren reich und hatten alles, was sie sich wünschten, nur keine Kinder. Darüber klagte sie Tag und Nacht und sprach 'ich bin wie ein Acker, auf dem nichts wächst.' | ||
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| + | Endlich erfüllte Gott ihre Wünsche: als das Kind aber zur Welt kam, sahs nicht aus wie ein Menschenkind, | ||
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| + | Also ward das Eselein aufgezogen, nahm zu, und die Ohren wuchsen ihm auch fein hoch und gerad hinauf. Es war aber sonst fröhlicher Art, sprang herum, spielte und hatte besonders seine Lust an der Musik, so daß es zu einem berühmten Spielmann gieng und sprach 'lehre mich deine Kunst, daß ich so gut die Laute schlagen kann als du.' 'Ach, liebes Herrlein,' | ||
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| + | Einmal gieng das junge Herrlein nachdenksam spazieren und kam an einen Brunnen, da schaute es hinein und sah im spiegelhellen Wasser seine Eseleinsgestalt. Darüber war es so betrübt, daß es in die weite Welt ging und nur einen treuen Gesellen mitnahm. | ||
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| + | Sie zogen auf und ab, zuletzt kamen sie in ein Reich, wo ein alter König herrschte, der nur eine einzige aber wunderschöne Tochter hatte. Das Eselein sagte 'hier wollen wir weilen,' | ||
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| + | Nun sollte das Eselein unten zu den Knechten gesetzt und gespeist werden, es ward aber unwillig und sprach 'ich bin kein gemeines Stalleselein, | ||
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| + | Als das edle Thierlein eine gute Zeit an des Königs Hof geblieben war, dachte es 'was hilft das alles, du mußt wieder heim,' ließ den Kopf traurig hängen, trat vor den König und verlangte seinen Abschied. Der König hatte es aber lieb gewonnen und sprach ' | ||
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| + | Also ward eine große und prächtige Hochzeit gehalten. Abends, wie Braut und Bräutigam in ihr Schlafkämmerlein geführt wurden, wollte der König wissen ob sich das Eselein auch fein artig und manierlich betrüge, und hieß einem Diener sich dort verstecken. Wie sie nun beide drinnen waren, schob der Bräutigam den Riegel vor die Thüre, blickte sich um, und wie er glaubte daß sie ganz allein wären, da warf er auf einmal seine Eselshaut ab und stand da als ein schöner königlicher Jüngling. 'Nun siehst du,' sprach er, 'wer ich bin, und siehst auch daß ich deiner nicht unwerth war.' Da ward die Braut froh, küßte ihn und hatte ihn von Herzen lieb. | ||
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| + | Als aber der Morgen herankam, sprang er auf, zog seine Thierhaut wieder über, und hätte kein Mensch gedacht was für einer dahinter steckte. Bald kam auch der alte König gegangen, ' | ||
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| + | Weil er aber sehen wollte wie sich der Beraubte anstellen würde, blieb er die Nacht über wach und lauschte. Als der Jüngling ausgeschlafen hatte, beim ersten Morgenschein, | ||
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