maerchen:capitel21-15
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| + | ====== Das Zunderzeug ====== | ||
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| + | bei Vetschau R | ||
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| + | Ein armer Soldat traf einmal in einer Haide mit einer ihm unbekannten Frau zusammen. Beide begrüssten sich freundlich. Zufällig standen sie unter einem grossen Baum. Da sprach die Frau zu dem Soldaten: „Du wirst noch einmal Dein Glück machen, das sehe ich Dir an der Stirne an.“ „Und Du,'' | ||
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| + | Darauf holte die Frau eine Leine aus ihrer Schürze hervor und band sie dem Soldaten um den Leib. Dieser kletterte auf den Baum, die Frau aber liess ihn in eine Oeffnung, welche in dem Baum war, hinab, unten im Baum war richtig ein freier Platz. Der Soldat ging auf die erste Thüre zu und öffete dieselbe. Vor ihm stand ein grosser Kasten, auf dem Kasten sass ein Hund. Er spreitete die Schürze aus, setzte den Hund darauf und oeffnete den Kasten. In demselben war lauter Kupfergeld. Der Soldat füllte sein Ränzchen, welches er mitgenommen hatte, mit dem Kupfergeld. Darauf machte er den Kasten wieder zu und setzte den Hund darauf. | ||
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| + | Dann ging er zu der zweiten Thür. Er oeffnete dieselbe. Auch hier stand ein Kasten, auf dem Kasten sass ein Hund. Wieder spreitete er seine Schürze aus. Er wollte den Hund darauf setzen, aber die Augen des Hundes wurden immer grösser und sahen ihn so drohend an, dass er zurückschreckte. Darauf sprach der Hund: „Du brauchst mich ja nicht anzusehen, wenn Du Furcht hast.“ Darauf trat der Soldat rasch hinzu und setzte den Hund auf die Schürze. Er oeffnete schnell den Kasten. In dem Kasten war lauter Silber, so dass er das Kupfer ausschüttete und sein Ränzchen mit Silber vollfüllte. Darauf machte er den Kasten zu, setzte den Hund wieder darauf und ging fort. | ||
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| + | Endlich kam er an die dritte Thür. Er öfhete dieselbe. Hier war wieder ein Kasten, auf dem Kasten sass ein Hund. Er spreitete wieder seine Schürze aus, nahm schnell den Hund vom Kasten and machte den Deckel des Kastens auf. In diesem Kasten lag lauter Gold. Er schüttete das Silber aus and nahm so viel von dem Golde, als in sein Ranzel ging. Dann nahm er das Zanderzeug, setzte den Hand wieder auf den Kasten and ging zurück auf den freien Platz. Er rief die Frau, diese zog ihn wieder hinauf. Darauf sprang er vom Baum, trat zu der Frau und sprach: „Ich habe Alles vollbracht, nun bin ich reich und glücklich.“ Die Frau sagte: „Behalte nur Alles, was Du mitgebracht hast, aber mir gieb das Zunderzeug.“ Der Soldat erwiederte: „Was willst Du damit machen? Wenn Du mir das sagst, so will ich es Dir geben.“ Die Frau entgegnete: „Das brauche ich Dir nicht zu sagen. Dir gehört das Geld und mir das Zunderzeug.“ Da nahm der Soldat sein Schwert und hieb der Frau den Kopf ab. Darauf ging er eilig fort. | ||
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| + | Er kam in eine grosse Stadt; in welcher ein mächtiger König regierte. Dieser König hatte eine einzige Tochter. Seine Tochter wohnte in einem Thurm von Zinn. Es war nämlich dem alten König gewahrsagt worden, seine Tochter werde einen einfachen Soldaten heirathen. Das wollte der König nicht und darum hatte er sie in den Thurm bringen lassen. Der Soldat ging in den besten Gasthof der Stadt. Er hatte auch von der schönen Königstochter gehört und gedachte, sie zu heirathen. Eines Abends nahm er sein Zunderzeug und drehte daran. Siehe, da erschien ein grosser Hund, der fragte, was er begehre. Er sprach zu dem Hunde: „Kannst Du mir die Königstochter hierher bringen?“ Der Hund sagte: „Ja, das kann ich.“ „So hole sie,“ sprach der Soldat. Es währte nicht lange, so war die Prinzessin in seinem Zimmer. Der Soldat und die Prinzessin erfreuten einander über eine Stunde, dann trug der Hund die Prinzessin wieder fort. Den andern Abend liess der Soldat die Prinzessin wiederum holen. | ||
| + | Die Wächter hatten aber gemerkt, dass die Prinzessin aus dem Thurme fort gewesen war. Deshalb merkten sie am folgenden Tag doppelt genau auf. Sie sahen diesmal die Prinzessin verschwinden, | ||
| + | Der Junge lief so schnell er konnte nach dem Gasthof imd brachte auch richtig das Zunderzeug auf den Richtplatz. Kaum hatte er es dem Soldaten eingehändigt, | ||
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