maerchen:capitel21-13
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| + | ====== Die schöne Müllertochter ====== | ||
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| + | Buschmühle | ||
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| + | Es war einmal ein Müller, der hatte eine wunderschone Tochter. So jung diese war, hatte sie doch einem Müllergesellen, | ||
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| + | Bald kam er in ein Dorf, in welchem die Leute nur einen Brunnen hatten: das Wasser des Brunnens war so schlecht, dass man es nicht trinken konnte: da fragten ihn die Leute um Rath und versprachen ihm viel Geld, wenn er Abhülfe schaffen würde. Der Müllergesell wanderte weiter und kam an ein grosses Wasser. Hier diente ein schwarzes Männchen als Fährmann, welcher Jeden, der ihn darum ersuchte, unentgeltlich über das Wasser setzten musste. Der bat den Müllergesellen auch, er möge erkunden, warum er zu diesem Dienst verurtheilt sei. | ||
| + | Endlich gelangte der Müllergesell zu der Höhle, in welcher der Drache hauste. Hier trat ihm eine alte Frau entgegen, welche ihn von dem Betreten derselben abzuhalten versuchte. Sie sagte, wenn der Drache heimkehre und finde ihn, so werde es sein Unglück sein. Da aber der Müllergesell inständig bat, sie möge ihm helfen, ihr auch erzählte, weshalb er gekommen sei, so erfasste sie Mitleid. Deshalb versteckte sie ihn in der Höhle. Es währte aber nicht lange, so kam der Drache heim. Er fuhr sogleich die Frau zornig an und sprach: „Was ist hier? Ich wittere Christenblut." | ||
| + | Nach einem Weilchen riss ihm die Frau eine Feder aus. Der Drache erwachte und sprach ärgerlich: „Was störst Du mich?“ „Ach,“ sagte die Frau, „ich träumte von einer Müllertochter, | ||
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| + | Der Drache schlief wieder ein; kurze Zeit darauf riss die Frau eine zweite Feder aus. Zornig fuhr der Drache jetzt die Frau an und sprach: „Was willst Du schon wieder?“ Die Frau erzählte, es habe ihr von einem Brunnen geträumt, in welchem stets schlechtes Wasser sei. Da sagte der Drache: „Das wird der Brunnen auch so lange behalten, bis die Leute die Padde, welche auf dem Grunde des Brunnens sitzt, getödtet haben werden“ | ||
| + | Wieder schlief der Drache ein, und wieder rupfte ihm die Frau eine Feder aus. Jetzt wurde der Drache ganz wild. Die Frau aber erzählte ihm, es habe ihr von einem schwarzen, verwünschten Männchen geträumt, welches die Leute über ein grosses Wasser setzen müsse. Der Drache sagte: „Wenn das Männchen den Mann oder die Frau in das Wasser stösst, welche es des Morgens zuerst über das Wasser setzt, so ist seine Erlösung vollbracht.“ Kurze Zeit darauf schlief der Drache wieder ein. | ||
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| + | Am andern Morgen, als der Drache wieder ausgeflogen war, entliess die Frau den Müllergesellen, | ||
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| + | Der Müller, welcher sehr habgierig war, wollte auch, wie sein Knappe, viel Geld gewinnen, darum machte er sich auf den Weg nach der Drachenhöhle. Er kam auch glücklich bis an das Wasser. Da der Müller aber der Erste war, welchen das schwarze Männchen übersetzen sollte, so stiess ihn dieses, als der Kahn eine Strecke vom Ufer fort war, in das Wasser, dass er ertrank. Das Männchen aber war erlöst. Der Müllergesell und die Tochter warteten anf die Heimkehr des Müllers: als derselbe aber nicht wieder kam, so heiratheten sie sich und wurden ein glückliches Paar. | ||
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