maerchen:capitel21-01
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende ÜberarbeitungNächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| maerchen:capitel21-01 [2023/01/06 22:57] – ewusch | maerchen:capitel21-01 [2025/01/30 17:45] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| + | [[sagen: | ||
| + | ====== Der Grünbart ====== | ||
| + | |||
| + | bei Vetschau | ||
| + | |||
| + | Es war einmal eine Predigersfrau, | ||
| + | |||
| + | Nachdem der Mann fort war, ging die Frau in elf Zimmer; durch das Schlüsselloch guckte sie auch in das zwölfte. Da sah sie viel Blut auf dem Boden, so dass sie heftig erschrak. Nach einigen Stunden schon kam ihr Mann zurück; die Frau zeigte eine grosse Angst. Da sprach er: „Du hast in das zwölfte Zimmer gesehen, komm, jetzt kannst Du auf immer darinnen sitzen." | ||
| + | |||
| + | Darauf ging er wieder zu der Predigersfrau und sagte: „Deine Tochter ist krank geworden, gieb mir die andere zur Pflege mit.“ Die Mutter sprach: „Ja, meine Tochter kann mitgehen.“ Da setzte sich die Tochter zu dem Manne in den Wagen und fuhr mit nach dem Schlosse. Am andern Tage gab ihr der Mann die Schlüssel zu den zwölf Zimmern, verbot ihr aber gleichfalls, | ||
| + | |||
| + | Des andern Morgens sprach der Fremde: „Von hier kommst Du nimmermehr fort. Deine Schwestern sind nicht krank, sondern sie sind todt; Du brauchst Dich nicht darüber zu grämen.“ Damit gab er ihr jene zwölf Schlüssel und verbot ihr, in das zwölfte Zimmer zu gehen. Die dritte Tochter war aber klüger, als die beiden ersten, ging sogleich an das zwölfte Zimmer und rief hinein: „Schwestern, | ||
| + | |||
| + | Als sie aus der Hausthür trat, stand ein altes, graues Weib vor ihr und sprach: „Ach, ich Arme muss noch hier bleiben, konnte ich doch auch mit Dir fliehen, aber ich bin schon lange hier verzaubert in diesem Schlosse, ich kann nicht fort. Aber ich werde Dir helfen. Bist Du gerettet, so gedenke auch meiner.“ Darauf langte die Frau in ihre Hängetasche und nahm drei Gegenstande daraus hervor, ein Fläschchen, | ||
| + | |||
| + | Die Predigerstochter war kaum eine Strecke gegangen, so verfolgte sie ein grosses Schwein. Da warf sie die Bürste hinter sich. Plötzlich war ein wüstes Dickicht hinter ihr entstanden, durch welches das Schwein sich mühsam seinen Weg bahnte. Aber das dauerte nicht lange und wieder kam das Schwein in schnellem Laufe hinter ihr her. Da nahm das Mädchen das Fläschchen und warf es hinter sich; daraus ward ein grosser See, so dass das Schwein einen langen Umweg machen musste, um zu dem Mädchen zu gelangen. Aber bald war es doch wieder in der Nähe des Mädchens. Da warf dasselbe in der Verzweiflung die Scheere hinter sich: die Scheere blieb mit dem einen Ende in der Erde feststecken, | ||
| + | |||
| + | Unangefochten kam das Mädchen darauf zu seiner Mutter; dort war unterdessen der Bruder eingetroffen und hatte den Weg nach dem Schlosse genommen. Nach kurzer Zeit kam er mit den beiden Schwestern zurück. Diese erzählten, ihr Bruder habe den Grünbart und die übrigen Zauberer getödtet und viel Geld im Schlosse gefunden, welches er mitbringe. Von der Zeit an lebte die Predigersfrau mit ihren Kindern herrlich und in Freuden. | ||
| + | |||
| + | //Quelle: [[autor: | ||
| + | ---- | ||
| + | {{tag> | ||
