maerchen:308._vom_tapfern_schmied
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| + | Eine Nonne, ein Bergmann und ein Schmied wanderten mit einander durch die Welt. Einst verirrten sie sich in einem Walde und waren daher sehr froh, als sie in der Ferne ein Gemäuer erblickten, in dem sie Obdach zu finden hofften. Sie gingen also darauf zu und sahen, daß es ein wüstes Schloß war, in welchem man zur Noth noch wohnen konnte. Sie beschlossen also sich hier einzurichten und wurden bald einig, daß eins von ihnen daheim die Wirthschaft bestellen sollte, während die beiden anderen aus wären. | ||
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| + | Das Loos, zu Hause zu bleiben, traf zuerst die Nonne; als nun der Bergmann und der Schmied in den Wald gegangen waren, besorgte die Nonne die Küche, und als ihre Gefährten zur Mittagszeit nicht heim kamen, verzehrte sie ihren Theil von der Mahlzeit. Da trat urplötzlich ein graues Männchen zur Thür herein, schüttelte sich und sprach: „O, wie friert mich!" Die Nonne antwortete: „Setze dich zum Ofen und wärme dich.“ Das Männchen befolgte ihren Rath, aber bald rief es wieder: „O, wie hungert mich!“ Die Nonne sagte: „Auf dem Ofen steht Essen, so iß!“ Da machte sich das Männchen über die Speise und aß in Geschwindigkeit Alles auf, was da war. Darüber wurde die Nonne zornig und schalt, daß für ihre Gefährten gar nichts übrig gelassen sei. Da gerieth auch das Männchen in Wuth, nahm die Nonne, schlug sie und warf sie von einer Wand zur andern. Darauf ließ es sie liegen und ging seines Weges. Am Abend kamen Berg mann und Schmied nach Hause. Als sie nichts zu essen fanden, machten sie der Nonne große Vorwürfe und wollten ihr nicht glauben, als sie ihnen erzählte, was ihr widerfahren wäre. | ||
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| + | Den folgenden Tag erbot sich der Bergmann das Haus zu hüten und versprach schon dafür zu sorgen, daß Niemand hungrig zu Bette gehen dürfte. So gingen die beiden anderen in den Wald und der Bergmann besorgte das Essen, verzehrte seinen Theil und legte das Uebrige auf den Ofen. Da trat das Männchen herein, aber wie erschrak der Bergmann, als er sah, daß es zwei Köpfe hatte. Es schüttelte sich und sprach: „O, wie friert mich!“ Furchtsam verwies es der Bergmann zum Ofen. Bald darauf klagte es: „O, wie hungert mich!" „ Auf dem Ofen steht Essen, so iß!" antwortete der Bergmann. Da fiel das Männchen mit seinen beiden Köpfen über das Essen her und bald war Alles aufgezehrt; als der Bergmann es deswegen ausschalt, erging es ihm wie der Nonne. Das Männchen schlug ihn, warf ihn von einer Wand zur anderen, ließ ihn dann liegen und ging davon. Als nun am Abend der Schmied mit der Nonne heim kam und nichts für seinen Hunger fand, gerieth er mit dem Bergmann in Streit und vermaß sich so hoch und theuer, morgen sei an ihm die Reihe, das Haus zu hüten; da solle es Keinem an Essen fehlen. | ||
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| + | Als am andern Tage das Essen fertig war, kam das Männchen wieder, und diesmal hatte es drei Köpfe. Es klagte über Frost und der Schmied hieß es sich an den Ofen zu setzen. Als es darauf über Hunger klagte, theilte der Schmied von dem Essen etwas ab und setzte es ihm hin. Damit war das Männden geschwind fertig. Es sah sich mit seinen sechs Augen begierig um und verlangte mehr. Und als der Schmied sich weigerte, ihm mehr zu reichen, wollte es ihm mitspielen wie der Nonne und dem Berg. | ||
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| + | Der Schmied aber nahm seinen großen Schmiedehammer, | ||
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| + | Gleich am folgenden Tage gingen sie an's Werk. Sie mußten lange suchen, ehe sie die eiserne Thür fanden, bei der das Männchen gestern verschwunden war. Und es kostete große Mühe, ehe sie sie aufsprengten; | ||
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