capitel:tss1001
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| - | ====== Vorwort ====== | ||
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| - | An den äußersten nördlichen Grenzen des Thüringer Waldes ruht die altergraue Wartburg, wie ein Markstein, wie eine ewige Denksäule, daran ein Jahrhundert nach dem andern schmückende Kränze aufgehangen. Ernst und still und ehrwürdig steht die Königin der thüringischen Burgen auf ihrem hohen Steinthron, und blickt herab auf die regsame und geräuschvolle Stadt zu ihren Füßen, die mit ihr alt geworden, aber öfter wie sie, die Gewänder getauscht; in der sie ein Menschenalter nach dem andern aufblühen und abwelken sieht. ein heiliges Memnonbild im Strahl der Frühe erglühend, ragt sie empor, und es ist, als klänge aus ihr ein wunderbarer Schall, die Harfe der Erinnerung tönt von den frühen Zeiten. Rings umgiebt die Greisin jugendliches, | ||
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| - | Aus allen deutschen Gauen kommen von den ersten Frühlingstagen bis zu denen des Spätherbstes Jahraus Jahrein zahllose Waller gezogen, und grüßen fröhlichen Muthes die berühmte Feste, die deutsche Burg, die Burg Deutschlands. Zwar haben dieses Loretto die Engel nicht auf den Berg getragen, und kein Gnadenbild verheißt hier Ablaß, die Pilger müssen selbst sehen , wie sie mit ihren Sünden zurecht kommen, aber dennoch ists, als durchwche eine unsichtbare Flamme der Läuterung den alten Bau, und gar herrlich bewährt sich auf Wartburg das alte: Introite, et heic Dii sunt! Ja, wie ein ernstes gottgeweihtes Tempelhaus ist schon Manchem die Wartburg erschienen, ein Allerheiligstes mitten in dem großen Naturtempel, | ||
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| - | Hier, wo durch drei und ein halbes Jahrhundert die mächtigen Gebieter des Thüringerlandes wohnten und herrschten ; wo herrliche deutsche Frauen, aus kaiserlichem und königlichem Stamm , lebten, liebten und litten; wo die größten Dichter der deutsschen Vorzeit sich zum Liederwettkampf zusammenfanden; | ||
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| - | Wie eine in Stein gegrabene Chronik, ein altes Buch voll ehrwürdigen Bilderschmucks liegt die Wartburg auf dem Bergaltar, um dessen Fuß sich wie eine mit buntem Teppich bedeckte Schwelle, das heitre Eisenach zieht. Vieles ist in dem Buche selbst zu lesen, Vieles ist als deutsame Arabeske dem Teppich eingewebt, noch Andres durchrauscht wie Quellengeriesel die grüne Waldung, und von Fels und Höhle flüstern Mährchenstimmen dem Wandrer zu. | ||
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| - | Zieht hinaus, ihr Kinder, wie es zu Eisenach üblich ist von Alters her , zum fröhlichen Sommergewinnen!" | ||
capitel/tss1001.1703237674.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
