capitel:satvorwort
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| - | ====== Sagen aus Thüringen - Vorrede ====== | ||
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| - | Eine Sammlung thüringischer Sagen, Sitten und Gebräuche bedarf wohl kaum einer Entschuldigung oder Rechtfertigung, | ||
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| - | Meine Absicht war und ist darauf gerichtet, alles was von alten Sagen, Gebräuchen und Glauben, geschichtlichen, | ||
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| - | Bei den geschichtlichen Sagen bin ich selbstverständlich immer zur ältesten Quelle zurückgegangen und habe ihr, weil sie am einfachsten, | ||
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| - | Unter den spätern Chronisten schien Joh. Bange die meiste Berücksichtigung zu verdienen, dessen schlichte und einfache Erzählungsweise der Sage Ursprünglichkeit und Volksthümlichkeit noch in späterer Zeit wohl bewahrt und erhalten hat. Ihm ist auch J. Grimm als einem zuverläßigen Gewährsmann in denjenigen Sagen, welche dem thüringischen Boden angehören, gewöhnlich gefolgt. Aber auch Gerstenberger' | ||
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| - | Wollte ich auf diese Weise den geschichtlichen Sagenstoff nach Inhalt und Form möglichst rein und volksthümlich herstellen und wiedergeben, | ||
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| - | Den Volks- und Ortssagen bin ich auf demselben Wege nachgegangen und habe sie gleichfalls stets nach den ältesten Aufzeichnungen mitgetheilt. Glücklicher Weise gehört ein guter Theil derselben noch jener Zeit an, in welcher die Sage überall unter dem Volke lebendig war, treu dem Volksmunde nacherzählt wurde und man nicht daran dachte, aus Büchern und Schriften Sagen fremder Gegend in die Heimath zu verpflanzen, | ||
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| - | Doch nicht für alle hier gesammelten Sagen waren ältere Niederschriften vorhanden; viele Sagen haben auch in Thüringen ihr Dasein und Leben bis in die neueste Zeit herab nur unter dem Volke gefristet und find in verschiedenen, | ||
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| - | Noch habe ich ein altes Manuscript benußt, welches aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts stammt und Sagen aus der Gegend von Stadt- Ilm und Saalfeld breit und weitläufig ausspinnt. Den ungenicßbaren Erzählungen mag wohl ein guter, volksthümlicher Kern zu Grunde liegen; ich habe ihn einigemal aus seiner dichten Umhüllung herauszufinden versucht. Es ist dieselbe Niederschrift, | ||
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| - | Einzelne Sagen sind nach mündlichen Mittheilungen, | ||
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| - | Für diese freundliche Unterstüßung sei ihm und allen andern, die meine Arbeit durch Rath und That gefördert haben, namentlich Herrn Bibliothekar Dr. Reinhold Köhler in Weimar und Herrn Karl Hermann, Mitglied der thüringischen Eisenbahn- Direction in Erfurt, welcher Hogels handschriftliche Chronik und andere Schriften aus seinem reichen Bücherschahe mir mitzutheilen die Güte gehabt hat, hier öffentlich herzlicher Dank ausgesprochen. In dieser Weise war ich bemüht, dem thüringischen Sagenschatz theils durch sorgfältige Revision der schon vorhandenen und bekannten, theils durch Ansammlung vergeßener und unbekannter Sagen die nothwendige Ursprünglichkeit des Inhalts und der Form, dazu auch eine gewisse Vollständigkeit zu geben und so diese Sammlung vielleicht auch andern höhern Zwecken dienlich und brauchbar zu machen. | ||
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| - | Ich gedenke den einzelnen Sagen auch erklärende Anmerkungen folgen zu laßen, welche Ursprung, Bedeutung und Zusammenhang derselben mit andern Sagen, volksthümlichen Gebräuchen und Vorstellungen erläutern sollen. Sie stehen aber wohl zweckmäßiger am Ende der ganzen Sammlung, da erst dort eine Menge von Beziehungen klar und deutlich hervortreten können und das Verständniß wesentlich erleichtern. | ||
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| - | Wohl weiß ich, daß diese Sammlung thüringischer Sagen keineswegs die nöthige Vollständigkeit und Abrundung erhalten hat, indem selbst auf dem durchzogenen Gebiete hier und da noch manche hübsche, bedeutsame Sage in stiller Verborgenheit ihr ungekanntes Dasein fristen mag, überdieß auch nur ein Theil des Thüringerlandes darin Berücksichtigung gefunden hat, andere Gegenden noch ganz unvertreten sind. Dennoch habe ich mit der Herausgabe dieses ersten Theils nicht länger zögern wollen, hoffend und wünschend, daß dessen Veröffentlichung dem Unternehmen freundliche Unterstügung, | ||
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| - | Deshalb richte ich schließlich an alle diejenigen, welche im Stande sind, mich bei der beabsichtigten Fortsetzung dieser Sammlung thüringischer Volksüberlieferungen zu unterstützen, | ||
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| - | Eisenach, am 1. Februar 1866. | ||
| - | Dr. August Witzschel | ||
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