capitel:sagenoberharzanmerkungen
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| - | ====== Anmerkungen ====== | ||
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| - | ==== Vorbemerkung ==== | ||
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| - | Man spricht in der Gegend Harzeburg, nicht Harzburg; der volksthümlichen Aussprache, wie sie jetzt ist, wurde hier wie überall, weil es für dieses Buch wichtig erschien, die Schreibung angepaßt. Harzeburg ist jetzt der Name eines braunschweigischen Amtes, dagegen heißt die alte Burgstelle Harzeburg jetzt nur der Burgberg und von den um ihn her sehr nahe zusammen liegenden Ortschaften des Amtes Harzeburg, worunter die Reisenden besonders Neustadt und Schulenrode schlechtweg Harzeburg nennen, führt jedes seinen eigenen Namen. | ||
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| - | Der Burgberg hat eine so reiche Vorzeit, daß seine übrigens so schönen Sagen ein förmliches Gewirre bilden, sodaß eine gesonderte Aufzeichnung des Einzelnen, wie sie nun im Text vorliegt, nicht geringe Schwierigkeiten bot. Man kann unter den harzeburger Sagen überhaupt folgende Kreise unterscheiden: | ||
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| - | Nach dem Wortlaut der Sachsenchronik hat der »Afgott« oben auf dem Burgberge gestanden, wo auch nach Leonhard schon in einer Zeichnung aus dem 16. Jahrhundert eine Stelle die Krodohalle genannt wird, welchen Namen sie noch jetzt führt. Allein das Volk läßt ihn – was weder Leonhard noch Delius erwähnt – unten am Abhange des Burgberges, auf dem sogenannten Krodobrink (vgl. S. 4, 8 und 9), der sich auf Ruhsack' | ||
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| - | 1. Die Kinder auf dem Burgberge. Diese in einiger Entfernung von Harzeburg mitgetheilte Sage kündigt ahnungsvoll und sinnig die Kaisersagen an, die der Erzählerin unbekannt waren und die wir in den folgenden Nummern nach in Harzeburg selbst gesammelten Erzählungen geben. | ||
| - | 2. Der Rothbart und andere deutsche Kaiser im Brunnen auf dem Burgberge. Vgl. die Sagen von entrückten Kaisern im Kyffhäuser (J. und W. Grimm »Deutsche Sagen« I, Nr. 23), im Unterberg (ebend. I, Nr. 22). Bemerkenswerth ist, daß A. Kuhn und W. Schwarz in dem nicht weit von Harzeburg entfernten Ilsenburg von der Prinzessin Ilse einen einzelnen Zug, das Entführen von Pferden, vernahmen, welches Kühn (in den Anmerkungen seiner »Norddeutschen Sagen« 491) als bedeutsam bezeichnet und mit Kaisersagen in Verbindung setzen will, die nun hier etwa eine gute Stunde von Ilsenburg entfernt und auch in dem gleichfalls nahen Goslar (vgl. unsere goslarschen Sagen) so schön und von echtem Gepräge aufgefunden sind. Auch eine Aeußerung von Otmar (»Volkssagen« 145), daß die Schätze des Kyffhäusers sogar auf alten Burgen am Nordrande des Harzes gesucht würden, weil sie gerückt seien, mag wol mit unserer Sage zusammenhängen und das an sich richtige »Rücken« der Schätze für diesen Fall auf einem Irrthum beruhen. | ||
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| - | 3. Die weiße Jungfer von Harzeburg. Vgl. die ilsenburger Sage in meiner Schrift »Aus dem Harze« 91. Die salinger Fräulein in Zingerle' | ||
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| - | 4. Der Basilisk auf dem Burgberge. Vgl. Meier a. a. O. I. 207. | ||
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| - | 5. Der Schlangenkönig oder die Königsschlange. Verwandte Sagen sind sehr häufig; hier stehe die folgende aus Godelmann von Zauberern I. 63: »Zu Saltzburg rühmt sich ein Zauberer, er könnte alle Schlangen in der gegendt auff eine Meile Weges in eine Gruben zusammenbringen undt erwürgen: Welches als er sichs unterstunde, | ||
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| - | 6. Die Burgmicke. Sie ist eine ursprünglich historische Person und man liest von ihr und ihrem Bruder in den meisten Reisehandbüchern für den Harz. Für sie und besonders für die Kaisersagen vgl. das Geschichtliche in »Aus dem Harze« 44-47 und den Aufsatz »Arx Hercynia« in Prutz' »Deutschem Museum« 1852, 241-248. Auch Leonhard (222-226 a. a. O.) handelt über Burghansjürgen (starb 1757) und Burgmieke (starb 1775); sie führten den Familiennamen Bierbaum. Nichtsdestoweniger geht die Burgmieke deutlich in die Jungfrau über, welche mit dem Kaiser im Brunnen sitzt, ja sie hilft uns diese erst näher erkennen durch die Katzen, auch wol durch das Weinen. Neuerdings wurde mir auch noch in Harzeburg erzählt, daß die Burgmieke immer vorher den Grasmähern unten am Berge gewinkt habe, wenn ein Unwetter gekommen sei. | ||
| - | 7. Der Riese. Den Zug vom Zuwerfen der Hämmer erzählt Grimm (»Deutsche Sagen« I, 27) von Niesen, die auf dem Zierenberge und einer Harzburg wohnen, welche nach seiner Angabe an der Gränze des Paderbornschen, | ||
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| - | 8. Das eingemauerte Kind. Eine auch in Magdeburg und sonst sehr oft vorkommende Sage, die anderswoher auch von E. Duller besungen und hier in Nr. 8 besonders schön und treuherzig ist. | ||
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| - | 10. Der Baum am Burgberge. Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt wollte einst den Schatz der weißen Frau im Schlosse heben, da erschien ihm diese und sprach: »Du kannst das nicht. Jetzt sind noch goldene Zeiten; aber einst werden schwere Zeiten kommen und großes Unglück, dann wird das Haus Hessen durch den Schatz gerettet werden.« Nach Mittheilung urkundlicher Nachrichten aus dem geheimen Cabinetsarchiv zu Darmstadt in Wolfs »Hessischen Sagen« Nr. 270. | ||
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| - | 11. Das wundertätige Marienbild. Um die Zeit nach Beendigung des Dreißigjährigen Kriegs wurden Gesundbrunnen in unserer Gegend noch weit mehr von religiösen als medicinischen Gesichtspunkten aus gebraucht. Die Geschichte der einige Meilen von Harzeburg entfernten damaligen Gesundbrunnen zu Hornhausen beweist dies. Ein Brunnen hieß der Marienbrunnen, | ||
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| - | 12. Hans von Hacklberg. Zu der Fassung der Sage, wie wir sie hier zu liefern im Stande sind, vgl. Otmar »Volkssagen« 247-250; »Deutsche Sagen« der Brüder Grimm I, Nr. 171, 172, 310; Kuhn und Schwarz, »Norddeutsche Sagen« 180-182; Bechstein, »Sagenbuch« Nr. 317. Auch die hessische Sage »Der Eberkopf zu Büdingen« in Wolf's Zeitschrift für Mythologie, Heft l. Unsere eigene Mittheilung im Text, sowie auch schon die Fassung der Sage bei Kuhn und Schwarz läßt Hackelberg' | ||
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| - | 13. Die Räuber vom Eckernkruge im Schimmerwald Man erzählt sich auch ein nicht mittheilbares Märchen, wo Jemand auf Reisen geht und da, wo er hinkommt, gleichfalls einen dicken Mann schlachten sieht und überhaupt allenthalben so ekelhafte Nahrung erhält und so Ekelhaftes erblickt, daß er halb todt und verhungert wieder zu Hause anlangt. | ||
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| - | 15. Der Jäger vom Ahrensberg und die Brohmbüchse Im Texte steht Broombüchse, | ||
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| - | 16. Die Harliburg unweit Vienenburg. Einige historische Nachrichten über sie hat Cörber in seiner » Historia Goslariensis« (1697, gedruckt bei Simon Andreas Duncker in Goslar). Sie wird von ihm Herlingsberg, | ||
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| - | 17. Die Schweinegrund am Finkenherde unweit Wiedelah. Wie hier die Schweine selbst als Büsche aus dem Sumpflande hervorwachsen, | ||
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| - | »De Steert (Schwanz) hört de Weerth;\\ | ||
| - | Wenn he den nich behagt,\\ | ||
| - | Hört he de Magd«.\\ | ||
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| - | ==== Zu den Sagen von Goslar [16 – 34] ==== | ||
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| - | 1. Die Entstehung der Bergwerke am Rammelsberge (I–III). Vgl. zu dem Namen Rammelsberg »Aus dem Harze«, 26 und 27, sowie die unterharzischen Namen Rammelburg und Ramberg, worüber später mehr. In I vgl. zu dem Namen Zauberjette Grimm' | ||
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| - | 2. Die Kaiserstochter im Dom zu Goslar. Einige nennen Heinrich den Finkler als den Kaiser, der in dieser Sage vorkommt. Abweichend steht diese bei Kuhn und Schwarz. Der Zug vom König, der in seine Tochter verliebt ist, kommt in Allerleirauh auch vor, worauf diese in ihrer wunderlichen Tracht entflieht; auch in der »Bärin« im » Pentameron« des Basile (Grimm, »Kinder- und Hausmärchen« III, 308), wo die Königstochter sich deshalb in eine Bärin verwandelt; in »Das Mädchen ohne Hände« im »Pentameron« (ebend. 319) ist der König in seine Schwester verliebt, welche sich deshalb die Hände abhauen läßt. Das Weben des Altartuchs erinnert an Penelope. Zum Erscheinen der Maria vgl. die folgende Sage. | ||
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| - | 3. Kaiser Heinrich IV. und der Dom zu Goslar. Nach der Chronik der Fürsten, die in Goslar residirten, in Leibnitz' | ||
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| - | 4. Der große Christoph und die Clus. Bedeutsam, daß hier statt des sonst im Schuh der Riesen gewöhnlichen Sandkorns eine Erbse herausgeschüttet wird. Was bedeutet der Name Boldrick? Zu dem Worte Clus vgl. »Altdeutsche Blätter« I, 308, wo es heißt: »Dy herren worden moenche, dy frowe (Crescentia) fur in eyne kluss.« Auf dem Osterfelde zwischen Harzeburg und Goslar sollte auch das bekannte nachgemachte Gelübde »Hilli Krotti Woudana« in einer Urne aufgefunden sein. | ||
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| - | 5. Zwei deutsche Kaiser halten zu Goslar ihren ersten Reichstag unter Donnern und Blitzen. Nach »Chronik der Fürsten u. s. w.« in Leibnitz' | ||
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| - | 6. Kaiser Lothar' | ||
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| - | 7. Herzog Heinrich der Löwe und die Bergleute von Goslar. Aus Cörber, nach Helmold; Honemann I, 34 erzählt Dasselbe. Kurz erwähnt die Sage auch Leonhard, 30. | ||
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| - | 9. Der Saal im Petersberg. Diese Sage und daß man sich noch vor kurzem in Goslar gefürchtet habe, Abends in der Dämmerung vor das Haus zu treten, weil um diese Zeit ein Wagen mit einem Kutscher ohne Kopf umfahre, er. zählte mir der Führer, der jetzt die Reisenden in den Ueberrest des goslarschen Doms führt, zum Beweise, wie abergläubisch das Volk sei, da die Sage noch jetzt geglaubt werde. Es unterliegt daher keinem Zweifel, daß diese Kaisersage mit ihrer localen Anknüpfung wirklich der Stadt Goslar eigenthümlich, | ||
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| - | 10. Der Kinderbrunnen bei Goslar. Der Schluß nach dem »Unterhaltungsfreund« vom 19. Dec. 1852, der um »Aufklärung« in der Sache bittet. In Helmstedt zeigt sich vom ersten Advent bis Weihnachten die weiße »Adventsjungfer« und in derselben Zeit der wilde Jäger. Das Ertränken der Kinder wird auch von einem Teiche zwischen Osterode und Lerbach erzählt, in dem nun die Kindesmörderin sitzen soll. Die Sage vom Kinderbrunnen steht auch in Görges' | ||
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| - | 11. Die verwiesene Papiermüllerin. Fast in allen unsern Geschichten von Verwiesenen, | ||
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| - | ==== Zu den Sagen von Gittelde und der Staufenburg [35–46] ==== | ||
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| - | 1. Kaiserswoort in Gittelde. Eine Kaiserdwoort als Name eines Hauses findet sich in Goslar, eine Woort als Name eines marktähnlichen, | ||
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| - | 2. Kaiser Heinrich der Vogelsteller und die Mönche. Der Erzähler nannte das Kloster Klettenberg, | ||
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| - | 4. Die Jungfer auf dem Amte Staufenburg. Nach der Erzählung des Kleinbinder- (Eimermacher-)Gesellen Friedrich Benholz aus Gittelde, welcher sagte, daß er die Wahrheit der ganzen Sache vertreten könne und wolle, weil sein Bruder zu der Zeit auf Amt Staufenburg gedient habe. Offenbar ist hier eine ältere Sage (im Sommer 1852) wieder erneuert; die Sage ist aber in dieser Fassung ein merkwürdiger Beweis, wie bei einer solchen Erneuerung trotz aller Lebendigkeit und modernen Anschaulichkeit sich viele, wenn nicht alle, sehr alten Züge erhalten können. Bemerkenswerth das Zeitwort wûten wobei man an das althochdeutsche Zeitwort wuot und Wuotan denkt. | ||
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| - | 5. Die Säule. Kam zu gleicher Zeit wie die vorige Sage in Umlauf und wurde noch bekannter. | ||
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| - | 6. Burg Staufenburg. Vgl. zu dem Fortlaufen der Sau die Sage von der Harliburg unter den Sagen der harzeburger Gegend; übrigens auch die osteröder Sage von der Osterjungfrau. | ||
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| - | 8. Die Hexe in Gittelde. Ergänzt nach Kuhn und Schwarz a.a.D. Nr. 217. Uriänchen ist in Osterode auch ein Spottname für kleine drollige Menschen. Vgl. zu der Sage J.W. Wolf »Hessische Sagen« Nr. 115, und wegen einzelner Züge meine »Kinder- und Volksmärchen« Nr. 70) und Nr. 19. | ||
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| - | ==== Zu den Sagen der Bergstadt Lautenthal [47-56] ==== | ||
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| - | 1. Spar-die-Müh' | ||
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| - | 4. Der Feuerholzmeister und die faule Rohne. Bei Wolf »Hessische Sagen«, Nr. 123, verwandelt sich der Wildfrevler selbst in einen »Schneisenblock«. | ||
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| - | 5. Der Schildberg. Ein Gedicht »Die bezauberte Gräfin oder die Sage vom Hause Schildberg« von H. Blum in Lautenthal (»Unterhaltungsfreund«, | ||
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| - | ==== Zu den Sagen der Bergstadt Wildemann [51–55] ==== | ||
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| - | 1. Wilde Mann. Nachzutragen ist, daß vor dem Rathhause zu Wildmann eine sehr alte Linde steht, die Alle mit der Sage in Verbindung bringen. – Vgl. Kuhn und Schwarz, 188, wo kurz erwähnt wird, daß Kaiser Heinrich den wilden Mann auf seiner Reise zum Vogelherde bei Schulenberg getroffen. Auch die Gebräuche vom Einfangen des wilden Mannes und der Räuberbande, | ||
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| - | »Schau, Bauer, schau:\\ | ||
| - | Hier ist eine wilde Frau!«\\ | ||
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| - | »nach Gewohnheit dieses Volks« und bot darauf unter Anderm Dill und Petersilie (Beides, auch das letztere, wie es scheint, am Harz wunderkräftige Kräuter) aus. Nach Jakob Grimm, welcher eine Untersuchung wünscht, wann der wilde Mann zuerst auf Wappen etc. vorkommt, stellt er einen Faun dar. Damit stimmt, was Zeilerus, Prätorius und Flemming, Letzterer in seinem »Deutschen Jäger«, melden, daß man auf dem Harzwalde im Jahre 1240 zween Satyros oder wilde Menschen mit langen Schwänzen gefangen, davon das Weiblein, da es verwundet worden, gestorben, das Männchen aber lebendig geblieben und zahm gemacht worden, aufrecht gangen, auch endlich reden lernen, doch keine Vernunft gehabt, große Geilheit erwiesen und wie eine Ziege geschrien. Voß erklärt, wol schwerlich genau, in der Anmerkung auf Seite 213 des 2. Bandes der »Sämmtlichen Gedichte« das Wort Hüne durch »Riese, wilder Mann«. Unsere Sage ist in mehrfacher Hinsicht sehr merkwürdig und ein einsichtsvoller Bergbeamter, | ||
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| - | 2. Hexenbutterwerk. Vgl. was in »Aus dem Harze« 29 über das Wahrzeichen eines alten Hauses in Goslar gesagt ist. Die Butter, die sich nicht vermindert, erweist sich dadurch als ein göttliches Geschenk, wie Flachs und Inselt vom Bergmönch. In Remigii »Dæmonolaitria« II, 309 und 310 verhindert ein Knabe eine Magd durch eine recitirte Psalmenstelle am Buttermachen und hebt den Zauber dann wieder auf, indem er die Stelle rückwärts liest. (Zum Rückwärtslesen vgl. S. 65.) | ||
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| - | ==== Zu den Sagen vom Hibichenstein und der Bergstadt Grund [56–62] ==== | ||
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| - | Der Zwergkönig Hibich (I–IV). M. Haupt' | ||
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| - | ==== Zu den Sagen der Bergstädte Klausthal und Zellerfeld [63-116) ==== | ||
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| - | 1. Sagen vom Bergbau (I–VII). Zu Abtheilung I vgl. die lautenthaler Sage »Der Venediger als Bergmönch« und unten Abtheilung IV der Sagen vom Bergmönch. Eine ähnliche Sage wie Abtheilung II, in der aber der Teufel, der hier nur im Hintergründe zu stehen scheint, genannt wird, wird aus Goslar erzählt. Vgl. übrigens zu Abtheilung II die Abtheilungen I und III. Die in Abtheilung IV erwähnten Näpfchenpfennige werden auch am Andreasabend zur Vorherbestimmung des künftigen Gatten benutzt. | ||
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| - | 2. Der Bergmönch vom Klausthal und vom Zellerfeld I – IX). Bemerkenswerth ist, daß da, wo der erste Bergbau des hannöverschen Harzes getrieben wurde, in Goslar, der Teufel beim Bergbau ungefähr die Stelle des Bergmönchs vertritt. In den jüngern, jetzt vorzugsweise so genannten sieben Bergstädten aber ist der Bergmönch nicht von Klausthal und Zellerfeld, sondern von Wildemann ausgegangen. Aus Honemann' | ||
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| - | 5. Die Haulemutter (I – II). Vgl. unten die Anmerkung zu der S. 155 stehenden lerbacher Sage »Die Kuhkolksklippe und die Frau Holle«. | ||
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| - | 7. Die Stiefmutter. Oft kehren Todte in die Welt zurück, um ihre gewohnte Beschäftigung fortzusetzen; | ||
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| - | 8. Mer soll dn Teifel net porren. Ae Rathsel. (Im Dialekt der oberharzischen Bergleute, der sogenannten Harzsprache.) Vgl. oben die Anmerkung zu den Sagen vom Bergmönch. Zu dem Zusatz in der Überschrift »Ae Rathsel« (nicht »an« Rathsel, wie durch einen Druckfehler im Text steht), welcher wörtlich so von Georg Schulze hinzugefügt wurde, vgl. das Vorwort meiner »Kinder- und Volksmärchen« XVI, wonach Räthsel ein Ausdruck für Märchen und Sagen ist, aber auch die Conjectur des einsichtsvollen Recensenten in Zarncke' | ||
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| - | 9. Bau der zellerfelder Kirche. (In ihr soll auch der Höllenzwang an der Kette liegen.) Vgl. Harrys' | ||
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| - | 10. Die Buttermilchsbetstunde. Es ist in dieser Sage von der Gattin des hochverdienten Verfassers der » Saxonia inferior« . Oder heidnisches und christliches Niedersachsen«, | ||
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| - | 11. Das Gespenst mit der Mütze. Vgl. oben unter den Sagen von Gittelde »Die weiße Kappe«, und unten unter den lerbacher Sagen »Das wilde Mädchen«, auch übrigens die ganz ähnliche Sage bei Wolf »Hessische Sagen«, Nr. 164, »Geist beraubt«. Unsere hier vorliegende Sage wird in einer ohne Ortsnamen erzählten Variante auch so berichtet, daß das Mädchen, nachdem es die einem in der Kirchthür sitzenden Geiste genommene Kappe wieder hingetragen, | ||
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| - | 14. Der Rabe vom Klausthal. Vgl. unter den osteröder Sagen »Die unschuldig Hingerichtete«, | ||
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| - | 15. Die Rebhühner. Vgl. wegen des in vielen, selbst orientalischen Geschichten wiederkehrenden Gedankens meine »Kinder- und Volksmärchen« XXXVIII, und nun auch die Geschichte von den Raben bei Meier II, 328, wo das Märchen bereits, wie hier, zur Sage geworden ist. Das Rebhuhn heißt bei den Römern Perdix , nach Ovid's »Metamorphosen« ist es des Dädalus Schwestersohn. | ||
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| - | 18. Kaiser Heinrich und die Vogelsteller (I – II). Zu Abtheilung I vgl. Kuhn und Schwarz, 187. | ||
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| - | 19. Die drei Brüder vom Zellerfeld. Einem Märchen mannichfach ähnlich, worin gewöhnlich desertirte Soldaten ebenso viele Jungfrauen erlösen sollen. Vgl. wegen der Schalk unten »Die lange Schlerike« S. 106. In beiden eng zusammenhängenden Sagen kehren die unterirdischen Gemächer wieder. Der Teich, der in der zweiten der beiden Sagen eine Rolle spielt, läßt uns vermuthen, daß die Rebhühner in der ersten ursprünglich Schwäne sind. | ||
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| - | 20. Der Freischütz vom Zellerfeld. Der Schluß nach Harrys II, 23. | ||
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| - | 21. Das kleine Klausthal (I – II). Beide Abtheilungen meist aus Harrys II, 8 – 14, und hier nur ergänzt. Die Sage von untergegangenen Städten ist sehr häufig; am bekanntesten von Vineta, vgl. aber auch z. B. die Sage bei Kuhn und Schwarz, 41, aus der Ukermark. Zu Abteilung II vgl. die vorige Sage und zu der Beschreibung der Geisterkirche »Geisterkirche« in Bechstein' | ||
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| - | 22. Das Nachtwächterhorn und der Dreißigjährige Krieg. Vgl. zu dieser bedeutungsvollen Sage wegen des Horns, das Krieg ankündigt, Jakob Grimm »Deutsche Mythologie« 214 und die werthvollen Nachweise von Kuhn in den Anmerkungen, | ||
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| - | 23. Die Springwurzel. Vgl. die Sage aus Gittelde, S. 44, und unsere »Kinder- und Volksmärchen« Nr. 67; ferner Steffens »Der Berggeist Rübezahl als Hüter der Springwurzel« in Hiecke' | ||
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| - | 26. Die Wunderkuh. Vgl. die lerbacher Sage »Kuh ohne Kopf«. Die hier zum Schwank gewordene Sage von der Wunderkuh, in deren Beschreibung die Phantasie sich wahrhaft zu erschöpfen sucht, findet sich auch bei fernen Völkern. Vgl. das Vorwort zur 6. Aufl. der Grimmschen Märchen XXXVI. wo über den finnischen Ochsen berichtet wird. | ||
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| - | 27. Die Revisorklippe. Vgl. unsere Verweisungsgeschichten unter Goslar u. s. w. Besonders merkwürdige Banngeschichten finden sich beiläufig bemerkt auch in Müllenhoff' | ||
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| - | 29. Die lange Schlerike. Vgl. oben »Die drei Brüder vom Zellerfeld« S. 93–95, und die Anmerkung dazu. | ||
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| - | 30. Die Kohljungfrau. Vgl. bei Kuhn und Schwarz 45 »Die schwarze Frau« (aus Zehden in der Neumark). | ||
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| - | 33. Die neue Mühle an der Innerste ll–II). Zu Abtheil. II vgl. unter den lerbacher Sagen »Vieh bedauern« und bei Meier I. 178 die köstliche Sage »Die verhexte Kuh«. Um zu wissen, ob ein Pferd bezaubert sei, und von wem, nahm man eines todten Pferdes Darm, schleppte diesen zu einem dazu bestimmten Hause, aber nicht durch die Hausthür, sondern etwa durch den Keller oder sonst einen unter der Erde befindlichen Gang, und verbrannte die Eingeweide. Dann bekam die Hexe Reißen und Wehtage in den Eingeweiden, | ||
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| - | ==== Zu den Sagen der Bergstadt Altenau [116-123] ==== | ||
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| - | 1. Die Kirche in der Altenau. (Man spricht noch oft Altenawe.) Eine lerbacher Sage vom Spuken beim Uhr aufziehen und vom Spuk eines alten Pfarrers in der Kirche nehmen wir an der betreffenden Stelle als bloße Gespenstergeschichte nicht auf. Für die Geisterkirche in vorliegender Sage vgl. oben die Sage vom kleinen Klausthal S. 96* und 97*. 2. Das Schloß im Gerlachsbache. Andere erzählen einfach, daß die Klagefrau (Frau Holle) in der Altenau umgehe und rufe: Huckup, huckaf! | ||
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| - | ==== Zu den Sagen vom Bruchberg [124–131] ==== | ||
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| - | 1. Der wilde Jäger in der Gegend des Bruchbergs (I-IV). Abtheilung II findet sich wenig abweichend bei Harrys II, Nr. 5. Vgl. die Hackelbergsage und die osteröder Sagen vom Teufelsloch S. 143–145. | ||
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| - | 2. Wolfswarte. Von den Wölfen auf dem Harz weiß auch ein Volksbuch zu berichten: Eulenspiegel geht auf den Harz und fängt Wölfe, um die Leute damit zu schrecken. | ||
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| - | 3. Die Goldlöcher (I–II). Vgl. die folgende Sage »Der silberne oder goldene Hirsch«, und insbesondere die andreasberger vom Rauschenbache. Abtheilung II der vorliegenden Sage wurde mir fast ebenso in Sachsa erzählt und scheint sehr verbreitet. | ||
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| - | 6. Der silberne oder goldene Hirsch (I–II). Vgl. die vorige Sage von den Goldlöchern, | ||
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| - | ==== Zu den Sagen der Bergstadt St.-Andreasberg [132 – 139] ==== | ||
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| - | 1. St.-Andreasberg (I-IV). Nach Honemann II, 19 und danach bereits in Brederlow' | ||
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| - | 2. Der Bergmönch in St.-Andreasberg. Vgl. oben die Sage von ihm in Klausthal S. 69 – 74. | ||
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| - | 4. Frau Holle, die schwarze Kathrine und die Waldfrau in St.-Andreasberg. Hier zunächst zu dem Anfang von den Dreibrotsteinen eine mir von Herrn Pastor Banse in Beckendorf gütigst mitgetheilte Variante vom Unterharz: Im Selkethale oberhalb Meisdorf war es sonst, besonders an der sogenannten »steinernen Grund« gar nicht geheuer. Ein Geist harrte dort an jedem Abende, huckte sich auf den Rücken eines Vorübergehenden und ließ sich schwer wie ein Sack voll Sand bis an die Schäferbrücke (jetzt Annenbrücke) tragen. Da sprang er ab und verschwand. Der Träger durfte ungestraft unter der Last stöhnen, aber wer sich nach dem huckenden Geiste umsah, dem drehte er den Hals um. Gar Mancher hat den Geist geduldig getragen und ist dann von Schweiß triefend in Meisdorf angekommen. – Zu dem Namen Kathrine vgl. den Namen »Schlüsselkathrine« (aus Nebra an der Unstrut) bei Kuhn und Schwarz 210. In Halberstadt nennt man den Durchfall »die schnelle Kathrine«, wozu man folgenden derben plattdeutschen Volksreim aus Lerbach hatte: | ||
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| - | Fru Holle wolle backen,\\ | ||
| - | Da kreig se dat K....,\\ | ||
| - | Da greip se na'n Schlöttel, | ||
| - | Da feilen de K......\\ | ||
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| - | In der Kirche zu Oliva bei Danzig hängt der Brotstein; der Sage nach (Ziehnert, »Preußens Volkssagen« I, Nr. 44) ward ein Brot, von dem ein Mönch einer Mutter für ihre hungernden Kindlein nichts abgeben wollte, und das er deshalb für einen Stein erklärte, wirklich in diesen Stein verwandelt. Die Frau mit den beiden Kleinen ist dabei wol die Hauptsache und verwandelt vielleicht das Verlangte und durch die Lüge beschimpfte Brot selbst in Stein. | ||
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| - | 7. Der Rauschenbach. Der Name Caroline in Abteilung I wird vielleicht für Kathrine genannt (vgl. die andreasberger Sage). | ||
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| - | 10. Die Windeltreppe. Vgl. unsere obige Sage vom Heringskämmerle S. 107. | ||
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| - | ==== Zu den Sagen vom Riefensbeek und Kamschlacken [140 – 144] ==== | ||
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| - | 1. Riefensbeek und Kamschlacken. Die Sage von den Schmelzhütten ist sehr verbreitet und ich habe sie von Harzeburg, wo man sagte, daß die 99 Hütten in Einer Nacht abgebrannt seien, bis Lauterberg gefunden. Man beruft sich dabei gewöhnlich auf die Schlacken, die noch an vielen Orten umherliegen, | ||
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| - | 2. Der Schimmel von Kamschlacken. Vgl. oben die Anmerkung zur Sage vom wilden Mann, unten die Sage von der Entstehung Lerbachs und die merkwürdige Sage »Der Galgen am Kohnstein«. | ||
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| - | ==== Zu den Sagen vom Buntenbock [145 – 147] ==== | ||
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| - | 1. Der Ursprung vom Buntenbock. Honemann III. 65 sagt über den Namen Buntenbock: »Der Ursprung dieser Benennung kommt vermuthlich nicht von Bock, sondern von dem Worte Beck her, welches einen Fluß bedeutet und ehedem Böck geschrieben worden, wie sich solches von beiden Oertern Riemensbeck und Buntenbock in alten Schriften findet; und hat man zwar nachher aus der letztern Silbe des erstern, nämlich Böck, ein Beck gemachet, statt Buntenböcks oder Becks aber aus Irrthum den Namen Buntenbock angenommen und geschrieben«. | ||
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| - | 2. Das Hickeding. (Statt »Kropfaugen« S. 146 Z. 14 v. o. lies »Knopfaugen«). Auch in Rosenburg an der Saale kennt man, wie ich höre, Heckedinger. Zwischen Halle und Leipzig sollen die Hickedinger Haussegen heißen. Dieser Name stellt sie bereits zu den Hausgeistern, | ||
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| - | 3. Der Wehrwolf. Die Sage vom gefressenen Fohlen und dem Wolfsriemen ist selbst im Magdeburgischen ähnlich oder ebenso bekannt. | ||
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| - | ==== Zu den lerbacher Sagen [148 – 159] ==== | ||
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| - | 1. Namen und Entstehung des Bergdorfs Lerbach. Eine sehr lange Ausschmückung der vorliegenden Sage brachte seinerzeit der »Harzfreund«. Uebrigens sollen sich die Grundzüge der Sage in einer schriftlichen Nachricht gefunden haben, welche beim Abbruch des alten Rinderstalles, | ||
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| - | 3. Von einer Gastwirthsfrau, | ||
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| - | 6. Das wilde Mädchen. ( Niederdeutsch, | ||
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| - | 7. Die lerbacher Zwerge. (I–II.) Einige erzählen, die Zwerge, welche auf die Hochzeit wollten, wären unter einer Stuke (Baumstamm) herausgekommen und hätten denen, die zu Haus hätten bleiben wollen, zugerufen: »Smiet mek mal miene Kappe rut!« Darauf wären die Kappen aus der Erde geflogen gekommen. Die Geschichte von dem übermüthigen Hochzeitsgaste ward mir auch in Walkenried erzählt. | ||
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| - | 8. Die Kuhkolksklippe und Frau Holle. (I–IV.) Zum Besuch der Frau Holle bei dem Waldarbeiter (Abtheilung I) vgl. Harrys II, Nr. 6, wo im Wesentlichen Dasselbe von der Haulemutter (vgl. S. 76 und 77 die klausthaler Sagen von derselben) erzählt wird. Mit Nennung der Frau Holle wird die Geschichte auch in Andreasberg erzählt! ein Bergmann habe die heulende Frau Holle ins Haus gerufen, weil er geglaubt, es sei die Nachbarin, die ihr Mann oft unbarmherzig geprügelt und auf die Straße geworfen etc. Der lerbacher Spruch am Frau-Hollen-Abend ist anderweitig bereits vollständiger bekannt. Auch der dritte oberharzische Name für die Frau Holle, Klagefrau, kommt in Lerbach vor. Dazu kommt der herzberger Name Leidfrau. Klagemuhmen, | ||
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| - | ==== Zu den Sagen der osteröder Gegend [160–175] ==== | ||
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| - | Vorbemerkung. Honemann I, 8–14 der Originalausgabe seiner Alterthümer nimmt an, daß Bonifacius da, wo jetzt Osterode ist, den Götzen Astaroth (!), den Heine, wenn wir nicht irren, im »Romanzero« erwähnt und den Honemann auch eine Göttin nennt, vernichtet habe, wobei wol jedenfalls von Bonifacius abzusehen wäre. Wenn er aber an der Verehrung der Gottheit Astaroth oder Ostara oder der Ostera, wie wir sie mit den meisten Localüberlieferungen aus unsern Gegenden hier nennen müssen, nicht zweifelt, so ist es um so wunderlicher, | ||
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| - | 1. Die Osterjungfrau. (I – VI.) Abtheilung IV aus Harrys II, Nr. 20. Vgl. zu dem Opfer in dieser Abteilung »Aus dem Harze«, 105. Die Löwen in Abtheilung III stammen aus dem osteröder Wappen. Im »Schutt«, im vierten Gesange, »Fünf Ostern« betitelt, beginnt Anastasius Grün mit der » Sage des Orients« (so nennt es Barthel in seiner »Deutschen Nationalliteratur«, | ||
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| - | 3. Die verwünschten Offiziere. Nach andern Erzählungen kommt der Hund aus der alten Burg und ist derselbe, der dort an der Kette liegt, sodaß auch die Beziehung des Offiziers zu der Jungfrau auf der Hand liegt und er zusammenfällt mit dem Ritter, der sie verwünschte (vgl. die vorige Anmerkung). Außerdem wird erzählt, daß vom osteröder »Commandantenhause« jeden Abend ein Offizier als dreibeiniger Hase (vgl. S. 273) ausgeht. Wenn der Soldat, der vor dem Commandantenhause gestanden, seinen Posten verlassen hat, so hat er ihn wieder nach demselben hingejagt Hat der Soldat den Hasen geschlagen, so hat er am andern Tage »Stripsruthen« laufen müssen. Außer dem Hunde und Hasen soll in Osterode auch ein dreibeiniges Pferd umgehen. | ||
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| - | 4. Osteröder Banngeschichten. (I–IV.) Vgl. außer unsern übrigen Banngeschichten auch die Sage von den osteröder Offizieren. Zu Abtheilung IV vgl. unten die Sage vom Lichtenstein, | ||
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| - | 5. Der Scharfrichter. Die Sage wird gewöhnlich von dem vorvorigen Scharfrichter Gürtler und sogar von seinem erst vor einigen Jahren verstorbenen Nachfolger Gosmann (vgl. die lerbacher Zwergsagen) erzählt. Hans von Eisdorf ist aber weit älter als Beide (vgl. unten die Sage über ihn und die Anmerkung dazu). | ||
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| - | 6. Die unschuldig Hingerichtete. Vgl. oben die Sage »Der Rabe vom Klausthal«. In Wolf's »Hessischen Sagen« läßt eine Hingerichtete zum Zeichen ihrer Unschuld jedesmal zur Zeit der Heuernte regnen. | ||
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| - | 8. Die Stölkenlichter. Zu ihrem Erscheinen zwischen Michaelis und Weihnachten vgl. unter Anderm, was »Aus dem Harze« 104 über die Adventsleuchte bei Oschersleben gesagt ist. | ||
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| - | 10. Hans von Eisdorf. (Niederd.) Vollständiger als die Sage in Renner' | ||
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| - | 11. Das Teufelsloch und der Klinkerbrunnen. (I–VII.) Von diesen Sagen, die ohne Zweifel zu den erheblichsten der vorliegenden Sammlung gehören (vgl. dazu die übrigen Sagen vom Teufel, auch vom wilden Jäger und der Frau Holle) ergänzten wir Abtheilung IV nach Schusters »Harzsagen« 59–71. Nach einer kurzen Notiz über die »Teufelstümpel« zwischen Osterode und Herzberg, die Harrys II. Nr. 31 aus von Rohr aufnimmt, wird gesagt, daß sich hier der »böse Geist« besonders am Johannistage zeige als Stier, Pferd, Gans u. s. w. Vgl. auch »Aus dem Harze« 84 und 85. Eine Gans, die in den Klinkerbrunnen geworfen sein soll, wie Nenner 323 als »Sage« anführt, soll »todt und völlig zerrissen« im Teufelsbade wieder zum Vorschein gekommen sein; ich glaube darin die Erinnerung an dargebrachte Thieropfer zu finden. Dem Klinkerbrunnen (einer Höhle) ist ein osteröder Ostergebrauch gewidmet, den ich im 1. Hefte von Wolf's Zeitschrift 79 mittheile, und worin das Spinnrad wieder auf die auch dem Teufelsbade angehörige Frau Holle hinweist. Ein Teufelsbad ist auch in Thüringen bekannt. Vgl. Bechstein' | ||
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| - | ==== Zu den Sagen vom Lichtenstein, | ||
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| - | 1. Ritter Bruno von der Linden. Vgl. die Anmerkung zu der osteröder Sage von Hans von Eisdorf. | ||
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| - | 2. Die lichtensteiner Currende. Vgl. Abtheilung IV der osteröder Banngeschichten. | ||
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| - | 3. Die Zwerge in Dorste. Eine artige Geschichte von ihnen theilt Grimm in einer Anmerkung der 2. Auflage der Mythologie I, 436 plattdeutsch mit. Zu unserm Zwergspruch vgl. den Teufelsreim in meinen »Kinder- und Volksmärchen« 76. | ||
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| - | ==== Zu den Sagen der herzberger Gegend [181 – 187] ==== | ||
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| - | 1. Ursprung von Herzberg. Aus Flemming' | ||
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| - | 3. Der Güß. (Das Volk spricht Jühß.) Vgl. die Sage von Seeburg bei Grimm »Deutsche Sagen« I . Nr. 131 und die vom Güß bei Kuhn und Schwarz 200 , wonach der Taucher in ihm ein Schloß und in diesem eine Jungfer mit Schlüsseln sieht. Nach einer mir mitgetheilten Erzählung hat zuerst der Teufel die reichen Leute versucht und nach dem Frevel der Frau zuerst die Magd, die unschuldig gewesen ist, aus dem Hause geführt. Bei Altenau – so schreibt mir Georg Schulze – stand noch zu Anfang des 18. Jahrhunderts eine Sägemühle an der Oker, mußte aber wegen Mangels an dem nöthigen Gefälle eingestellt werden. Sie wurde schließlich ganz abgerissen und das Areal der Pfarre zugewiesen. Von diesem Sägemühlenplatz und von seiner Lache erzählen sich die Altenauer nun Dasselbe, was sich die Herzberger vom Güß erzählen. Das Volk dichtet also zu Oertlichkeiten und Gegenständen ganz jungen Ursprungs seine wundersamen Geschichten hinzu, oder trägt noch lieber Erzählungen weit ältern Ursprungs von den Gegenständen, | ||
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| - | 7. Das Hegerfeld. Vgl. für den Anfang die herzberger Sage »Der Freischütz«, | ||
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| - | 9. Der Vogelherd auf dem Rothenberge. Das Füttern der Vögel nach des Kaisers Tode hängt wol damit zusammen, daß die Seele gern als Vogel erscheint. Nicht »ein Kaiser heimlich«, wie im Text steht, sondern: der Kaiser Heinrich hatte einen Vogelherd auf dem Rothenberge, | ||
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| - | ==== Zu den Sagen von der Lonau und der Sieber [188 – 192] ==== | ||
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| - | Vorbemerkung. Honemann schreibt »Die Lohnau«. | ||
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| - | 1. Der Wilddieb von der Sieber. Vgl. Wolf's »Hessische Sagen« Nr. 124, »Drei Schüsse«, wo der erste Schuß gegen die Sonne, der zweite »gerade in die Höhe nach dem lieben Gott« gerichtet ist, während bei uns der Wilddieb, um den lieben Gott zu erschießen, | ||
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| - | 3. Der verwiesene Förster Kempf. Außer unsern übrigen Verweisungsgeschichten vgl. insbesondere zu dem Hinhalten des Stockes statt der Hand unsere Sage von der lerbacher Frau Holle und die Sage aus Kerkow in der Altmark bei Kuhn und Schwarz 119. 5. Verkündigung des Friedens. Die Sage zeigt vielleicht speciell, daß Wodan, wie dem Kriege, auch dem Frieden vorsteht. Der Stuhl, auf dem Gott sitzt, ist Odhinn' | ||
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| - | Hilf daz uns dort obnan hô\\ | ||
| - | Gestuolet werde schône ;\\ | ||
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| - | und schon vorher: | ||
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| - | Theophilus, ein sündec man,\\ | ||
| - | Der dîn kint hete verlân\\ | ||
| - | Unt hete in der helle pfuol\\ | ||
| - | Zuo dem tiuvel sînen stuol\\ | ||
| - | Vil nâher gesetzet;\\ | ||
| - | Den hâstu, frouwe, ergetzet.\\ | ||
| - | |||
| - | Ueberhaupt aber beruhen alle noch in unserer Zeit häufigen Visionen und Entzückungsträume vom Himmel mehr auf aus dem Heidenthume stammenden als auf biblischen Vorstellungen, | ||
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| - | ==== Zu den Sagen von Scharzfeld [193–196] ==== | ||
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| - | Vorbemerkung. Die Ortschaft heißt jetzt Scharzfeld, die Burgruine und das Amt aber Scharzfels; doch scheinen die Chronisten diesen Unterschied nicht Alle zu kennen. Letzner in der Dasselschen Chronik z. B. nennt die Burg Scharzfeld, wohingegen sie Honemann Scharzfels nennt. Schart nennt sich in einer von mir in einer ältern Schrift aufgefundenen, | ||
| - | |||
| - | 1. Die Zwerglöcher bei Scharzfeld. (I–III.) Abweichend und sehr kurz bei Harrys II, Nr. 30. Jemand sagte, die Zwerghöhle sei identisch mit der berühmten »Einhornshöhle« bei Scharzfeld. Aus dieser, die eine Zeitlang die größten Naturforscher Europas beschäftigte, | ||
| - | |||
| - | 2. Die Steinkirche bei Scharzfeld. Die Sage von durch Sauen ausgewühlten Glocken, die sich auch bei Meier I, 290 aus Schwaben findet, ist am Harz sehr verbreitet und hat von Scharzfeld bis nach Sachswerfen hin fast überall locale Anknüpfungspunkte; | ||
| - | |||
| - | 3. Kaiser Heinrich IV. auf Scharzfels. Wenig abweichend bei Harrys Nr. 29 und noch weniger bei Grimm I Nr. 203. | ||
| - | |||
| - | 5. Die Jungfrau von Scharzfels. Vgl. unsere Anmerkung zu der scharzfelder Sage von der Steinkirche. | ||
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| - | ==== Zu den Sagen der lauterberger Gegend [197–201] ==== | ||
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| - | 1. Lauterberg. Ein durch den Titel hinlänglich gekennzeichneter Roman »Die Marterkammern von Walkenried. Historisch-romantisches Sittengemälde des Mittelalters, | ||
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| - | 2. Die Lutterjungfer und die Frau Holle auf dem Hausberge. Vgl. zu dem Erscheinen zu Ostern die Sagen von der osteröder Osterjungfrau und von der Jungfrau von Scharzfels. | ||
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| - | 4. Der Schatz zu Laßfelde. Vgl. J. Grimm Mythologie 1100 zu der Brücke. Der Schneidermeister, | ||
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| - | ==== Zu den Sagen vom Weingartenloch, | ||
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| - | 1. Römerstein und Nixei. Ergänzt nach Schuster' | ||
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| - | 8. Das Weingartenloch. (I – V.) Einzelnes ergänzt nach Bechstein' | ||
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| - | Zuo der vroüdenrichen stat\\ | ||
| - | Hilf mir, swenne ich hinnen var.\\ | ||
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| - | und in einem Todtensegen aus Nierstein am Rhein (mitgetheilt von J. Wagner im 1. Hefte von Wolf's Zeitschrift) die Worte » die himmlische freud' ist eine wunderschoene stadt«. Ueber »Venediger« vgl. das Vorwort. – Auch in folgender, ohne Ortsnamen in Lerbach erzählten Geschichte folgt Jemand einem »Goldmanne«. Es war einmal ein Ackersmann, der ging Morgens hinaus, um das Kartoffelfeld umzuhacken. Während des Hackens kam ein reicher Herr daher, der war voll Gold und sagte zum Ackersmann: er solle ihn einmal hacken lassen. Da sagte der Ackersmann, das verstände er besser als der reiche Mann. Aber der läßt nicht nach, bis er die Hacke in der Hand hat und hacken kann. Darauf muß der Ackersmann mit ihm gehen und sie gehen in eine Höhle hinein, die ist voll Räuber. Darin sind auch Frauensleute gewesen, die haben so blank und behaglich mit dem Ackermann gethan, aber er gibt sich nicht mit ihnen ab und da bekommt er vieles Gold und geht damit wieder nach Haus. Da fragt seine Frau, wo er denn so lange gewesen wäre und da sagt er, daß er in der Räuberhöhle gewesen sei und viel Gold bekommen hätte, wie sie wol sähe. Am andern Tage hackt der Bauer wieder auf dem Felde, da kommt wieder ein Goldmann und will hacken. Das erlaubt ihm der Ackersmann zuletzt, und als der reiche Mann gehackt hat, muß der Ackersmann wieder mit. So gehen sie wieder in die Räuberhöhle und die Frauensleute thun wieder so behaglich mit ihm, er aber gibt sich mit ihnen nicht ab und bekam wieder so viel Gold und Silber und geht damit nach Haus. Am andern Morgen hackt der Bauer wieder, da kommt abermals ein reicher Mann und will hacken. Er gestattet' | ||
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| - | ==== Zu den Sagen von der Sachsa, dem Sachsenstein und Walkenried [208–215] ==== | ||
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| - | 1. Die Zwerge vom Sachsenstein. Vgl. unsere frühern Zwergsagen, besonders die scharzfelder. Für den Abzug der Zwerge aus der Grafschaft Hohenstein vgl. die etwas unvollständige und abweichende Sage in Otmar' | ||
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| - | 2. Die Jungfer vom Sachsenstein. (I–III.) Die Sagen von ihr erinnern an Sagen des nicht allzu weit von hier entfernten Kyffhäusers. Nr. III wird ähnlich von einer Cantormagd erzählt, welche, während sie Gold und Silber einsteckt, die Blume auf den Goldkasten legt, der im Sachsenstein steht. Entweder die Schlüsseljungfrau oder das Mädchen hatten dabei einen Rosenkranz auf dem Kopfe. Einen komischen Vorfall, den der feste Glaube an die Jungfrau vom Sachsenstein noch neuerdings veranlaßte, | ||
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| - | 4. Das Mönchsgespenst in Walkenried. (I–II.) Vgl. zu Abtheilung I die Sagen »Die Mönche zu Pöhlde« unter den Sagen der herzberger Gegend. | ||
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| - | 5. Der Mann ohne Kopf in Walkenried. Vgl. die Sage vom walkenrieder Mönchsgespenst. | ||
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| - | ==== Zu den Sagen von der Zorge, von Hohegeiß und Benneckenstein [216–219] ==== | ||
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| - | 1. Das Denkmal zu Zorge. Nach Behrens' | ||
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| - | 2. Die Jungfrau von der Zorge. Kurz auch in Otmar' | ||
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| - | 3. Der Waldgeist, und die Jungfer im »preußischen Holze«. Der Name Waldgeist, der bei uns so wenig volksthümlich ist als Berggeist, wurde vielleicht nur für Waldfrau gebraucht (vgl. unsere Sagen von Andreasberg, | ||
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| - | 4. Das Tönnchen Gold im Brunnen. Gold im Brunnen deutet nach Wolfs »Hessischen Sagen« auf dessen Heiligkeit. Für das Tönnchen, Tönnecken oder die Tunne, vgl. den Tunnebrunnen in der Sage von der weißen Frau zu Hohegeiß. Zu Rocklum im Halberstädtischen werden die Kinder aus dem Tünneckenbrunnen, | ||
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| - | 5. Die weiße Frau in Hohegeiß. Schon 1494 wurde hier ein Kirchlein der heiligen Jungfrau renovirt. | ||
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| - | ==== Zu den Sagen von Ellrich und der Kelle [220-223] ==== | ||
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| - | 1. Der Säuferkönig. Der Anfang, der auch in dem Gedichte eines bekannten österreichischen Dichters erzählt wird, nach Otmars »Volkssagen« 15–18, wonach er auch bereits in Grimm' | ||
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| - | 2. Die Kelle. (I–III.) Abteilung II nach Behrens' | ||
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| - | ==== Zu den Sagen von Ilefeld und dem Hohenstein [224–230] ==== | ||
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| - | 1. Gründung des Klosters Ilfeld. Der Anfang aus Harrys II, 85 und 86, von wo er auch in Brederlow' | ||
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| - | 2. Das Nadelöhr. Nach Behrens' | ||
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| - | 3. Der Schimmelreiter vom Bielstein. Der Name Bielstein kommt auch unter den lautenthaler Sagen von dem Zwergberge vor, der kein Bergwerk auf seinem Gipfel duldet. Die bekannte Bielshöhle im Rübelande erhielt ihren Namen erst, als sie von Fremden besucht wurde; doch auch hier wurde der Name des Biel nur von einer nahegelegenen, | ||
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| - | 4. Die Jungfrau von der Ilburg und Frau Holle. (I–III.) Abtheilung I abweichend bei Harrys III, Nr. 36, vgl. auch Wolf's »Deutsche Sagen« Nr. 257, dessen »Hessische Sagen« Nr. 152 und Chamisso' | ||
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| - | 6. Das Kegelspiel unterm Hohenstein. Vgl. oben die Sage vom Fuchs und Fuchspastor von Hohegeiß und in meinen »Kinder- und Volksmärchen« Nr. 33; fernere Nachweise vom Kegeln bereits bei Wolf in der Anmerkung zur 72. hessischen Sage. | ||
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| - | 7. Elende. Der von einer Göttin Lora, welcher wir sonst nirgends in Localschriften begegneten, handelnde Anfang nach Otmar' | ||
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| - | ==== Zu den Sagen der nordhäuser Gegend [231–236] ==== | ||
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| - | 2. Der Galgen auf dem Kohnstein. Vgl. zu den Abteilungen I–II die frühern Sagen vom Schimmel zu Kamschlacken und von der Entstehung Lerbachs. Auch in einem mir neuerdings erzählten noch ungedruckten Märchen geht ein Mädchen infolge einer Wette zur Nachtzeit unter einen Galgen, um einen Spahn davon abzuschneiden, | ||
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| - | 3. Der Tanzteich. Der Anfang meist nach Harrys II, Nr. 35, und Bechstein' | ||
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| - | 5. Die Hexen von Nordhausen. Der Name Klötzchen für eine Hexe erinnert an das Klotzwerfen, | ||
| - | 6. Der Stein vor dem Altenthore und der Hünenstein bei Nordhausen. Nach E. G. Förstemann' | ||
| - | 7. Kloster Neuwerk. Nach Förstemann' | ||
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| - | Druck von F. A. Brockhaus in Leipzig. | ||
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