capitel:grimmdsvorbemerkungen
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| + | ====== Vorrede zum ersten Band ====== | ||
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| + | ===== 1. Wesen der Sage ===== | ||
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| + | Es wird dem Menschen von Heimats wegen ein guter Engel beigegeben, der ihn, wann er ins Leben auszieht, unter der vertraulichen Gestalt eines Mitwandernden begleitet; wer nicht ahnt, was ihm Gutes dadurch widerfährt, | ||
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| + | ===== 2. Treue der Sammlung ===== | ||
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| + | Das erste, was wir bei Sammlung der Sagen nicht aus den Augen gelassen haben, ist Treue und Wahrheit. Als ein Hauptstück aller Geschichte hat man diese noch stets betrachtet; wir fodern sie aber ebensogut auch für die Poesie und erkennen sie in der wahren Poesie ebenso rein. Die Lüge ist falsch und bös; was aus ihr herkommt, muß es auch sein. In den Sagen und Liedern des Volks haben wir noch keine gefunden: es läßt ihren Inhalt, wie er ist und wie es ihn weiß; dawider, daß manches abfalle in der Länge der Zeit, wie einzelne Zweige und Äste an sonst gesunden Bäumen vertrocknen, | ||
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| + | ===== 3. Mannigfaltigkeit der Sammlung ===== | ||
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| + | Das zweite, eigentlich schon im ersten mitbegriffene Hauptstück, | ||
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| + | ===== 4. Anordnung der Sammlung ===== | ||
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| + | Auch bei Anordnung der einzelnen Sagen haben wir am liebsten der Spur der Natur folgen wollen, die nirgends steife und offenliegende Grenzen absteckt. In der Poesie gibt es nur einige allgemeine Abteilungen, | ||
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| + | ===== 5. Erklärende Anmerkungen ===== | ||
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| + | Einen Anhang von Anmerkungen, | ||
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| + | ===== 6. Quellen der Sammlung ===== | ||
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| + | Diese Sammlung hatten wir nun schon vor etwa zehn Jahren angelegt (man sehe Zeitung für Einsiedler oder Trösteinsamkeit, | ||
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| + | Den Prätorius haben Spätere, oft ohne ihn zu nennen, ausgeschrieben, | ||
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| + | ===== 7. Zweck und Wunsch ===== | ||
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| + | Wir empfehlen unser Buch den Liebhabern deutscher Poesie, Geschichte und Sprache und hoffen, es werde ihnen allen, schon als lautere deutsche Kost, willkommen sein, im festen Glauben, daß nichts mehr auferbaue und größere Freude bei sich habe als das Vaterländische. Ja, eine bedeutungslos sich anlassende Entdeckung und Bemühung in unserer einheimischen Wissenschaft kann leicht am Ende mehr Frucht bringen als die blendendste Bekanntwerdung und Anbauung des Fremden, weil alles Eingebrachte zugleich auch doch etwas Unsicheres an sich trägt, sich gern versteigt und nicht so warm zu umfassen ist. Es schien uns nunmehr Zeit, hervorzutreten, | ||
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| + | Kassel, am 14. März 1816 | ||
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| + | //Quelle: [[autor: | ||
capitel/grimmdsvorbemerkungen.1679562696.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
